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Friedrich Spielhagen

Friedrich Spielhagen, geb. 1829 zu Magdeburg, lebt in Berlin. Seine Produktion enthält zwar nicht jene Elemente, an die eine Neubelebung der Literatur hatte anknüpfen können, er ist aber doch in einer Zeit, in der die blassen Jambenritter ihre gläubigen Kreuzzüge unternahmen, eine von den wenigen Persönlichkeiten. Sein »Demokratismus« war doch wenigstens der Ansatz zu einer modernen Weltanschauung. Leider konnte sich Spielhagen nicht zu dem durchringen, was sein erster Roman, die berühmten »Problematischen Naturen«, versprach, zu einer Verschmelzung von freier Weltanschauung und Kunst. Sein Demokratismus blieb Tendenz und vermochte nicht auf Spielhagens Form zu reflektieren. Das beweist seine »Technik des Romans«, die mit viel Gründlichkeit geschrieben, doch eigentlich keine neuen Standpunkte vertritt. Was Spielhagen sonst an Novellen und Romanen seinem Erstling folgen läßt, steht an Temperament und Verve der Darstellung dahinter zurück. Er wählt mit Vorliebe ein aristokratisches Milieu, dem er seine revolutionären Individualisten gegenüberstellt. Die Propaganda der Wahrheit wirkt oft ermüdend. Sehr gelesen wurde »In Reih' und Glied«, zu dessen Helden der junge Lasalle Modell gestanden hat, ferner »Sturmflut«, »Die von Hohenstein«, sowie »Hammer und Amboß«, das technisch beste Buch Spielhagens. Sein letzter Roman »Faustulus« zeigt merkwürdigerweise Spuren der Annäherung an die neuere Realistik.

V. H.


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