Themen

             
Kleine Gutenberg-Empfehlungsliste · Literaturnobelpreisträger · Marcel-Reich-Ranickis Literaturkanon · Epochen der deutschen Literaturgeschichte

Kleine Gutenberg-Empfehlungsliste
12 x 13 beste Bücher

Unsere subjektive Leseempfehlung aus 10.000 Titeln. 12 x 13 beste Bücher, dabei ist nicht nur die »große Weltliteratur«, sondern auch Spannendes und »nur« Unterhaltsames: Bücher, die garantiert nicht langweilen.

 

 

I. Kinder- und Jugendbücher

  1. Andersen, Hans Christian Andersens Märchen
    Hans Christian Andersens Märchen sind ein Inventarstück der Weltliteratur. Geschichten wie »Der standhafte Zinnsoldat«, »Das häßliche junge Entlein«, »Die kleine Meerjungfrau«, »Des Kaisers neue Kleider« sind weltbekannt und sprichwörtlich geworden.
    Dieses Buch vereint die schönsten Märchen von Andersen. Die vielen Illustrationen schuf der renommierte dänische Künstler Hans Tegner. Diese deutsche Übersetzung von Pauline Klaiber erschien zuerst 1901.
  2. Kipling, Rudyard · Nur so Geschichten
    Rudyard Kipling, der Verfasser des Dschungelbuchs, schrieb diese lustigen phantasievolle Märchen für seine kleine Tochter Josephine, als sie im Warum-Fragealter war. Viele Fragen werden beantwortet, zum Beispiel wie das Elefantenkind seinen Rüssel bekam, das Kamel seinen Buckel und wie die Schrift entstand. Mit den Zeichnungen des Verfassers.
    Ein Buch voller wunderbare Geschichten zum Lesen und Vorlesen mit vielen Zeichnungen des Verfassers.
  3. Trott, Magda · Försters Pucki (12 Bände, ab 8 Jahre)
    Pucki, Försters Tochter, ist ein fröhliches und liebes Mädchen, aber natürlich ist sie auch manchmal zu Streichen und Ungehorsam aufgelegt. In den Pucki-Büchern begleitet Magda Trott ihre positive Heldin über fünf Lebensjahrzehnte.
    Unsere Fassung des 12-bändigen Kinderbuchklassikers beruht auf den Originalausgaben aus den 30ger Jahren mit vielen z.T. farbigen Abbildungen. Die Rechtschreibung wurde nicht verändert.
  4. Ury, Else · Nesthäkchen und ihre Puppen (Nesthäkchen: 13 Bände, ab 8 Jahre)
    Die Nesthäkchen-Bücher gehören seit Jahrzehnten zu den großen Kinder- und Jugendbuchbuchklassikern der deutschen Literatur. Das Nesthäkchen Annemarie Braun ist temperamentvoll, klug und durchaus nicht immer brav, Eigenschaften, die Annemarie bis ins hohe Alter erhalten bleiben. In zehn Bänden, geschrieben zwischen 1913 und 1925, erzählt Else Ury von ihren Streichen, von ihren schönen, von ihren lustigen und auch von ihren traurigen Erlebnissen, beginnend mit dem sechsjährigen Nesthäkchen.
  5. Tolstoi, Lew · Ausgewählte Erzählungen für die Jugend
    In diesen sechs Geschichten des großen Meisters der russischen Literatur ist alles vereint, was junge Leser mögen: Spannung und Abenteuer, Helden und gute Menschen.
    Inhalt: Wovon die Menschen leben – Die Wallfahrer – Meine Hunde – Die Bärenjagd – Der Gefangene im Kaukasus – Jermak und die Eroberung Sibiriens.
  6. Fallada, Hans · Fridolin der freche Dachs?
  7. Hoffmann, Heinrich · Der Struwwelpeter (ab 6 Jahre)
  8. Kyber, Manfred · Tiergeschichten (ab 8 Jahre)
  9. Lagerlöf, Selma · Niels Holgersens wunderbare Reise mit den Wildgänsen (2 Bände, ab 8 Jahre)
  10. Ringelnatz, Joachim · Kinder-Verwirr-Buch (ab 8 Jahre)
  11. Sonnleitner, Alois Theodor · Die Höhlenkinder (3 Bände, ab 10 Jahre)
  12. Twain, Mark · Huckleberry Finns Abenteuer und Fahrten
  13. Wyss, Johann David · Der schweizerische Robinson (ab 10 Jahre)

II. Science Fiction und Phantastische Literatur

  1. Wells, Herbert George · Die Zeitmaschine
    »Die Zeitmaschine«
    ist einer der ganz großen Klassiker des Science-Fiction-Genres. Geschrieben 1895, 10 Jahre vor Einsteins bahnbrechender Relativitätstheorie, erklärt der Autor die Funktion der Zeitmaschine damit, daß Zeit nur eine vierte Raumdimension ist.
    Der Zeitreisende landet im Jahr 802.701. In einem lieblich-milden Klima vertreibt sich das hübsche, kindliche Volk der Eloi scheinbar sorgenlos die Zeit im Paradies. Doch der erste Eindruck täuscht: aus dem Untergrund tönen stampfende Maschinengeräusche. Der Zeitreisende steigt hinab und findet die Morlocken, menschähnliche, häßliche, lichtscheue Wesen, die Maschinen betreiben und die die Eloi panisch fürchten, denn in der Nacht kommen diese Geschöpfe der Finsternis aus ihren Katakomben.
  2. Capek, Karel · Krakatit
    Dieser Science-Fiction-Roman, geschrieben 1922, wirkt wie eine Prophezeihung der Schrecken, die der Welt durch die Erfindung der Atombombe gut zwei Jahrzehnte später drohen werden.
    Krakatit – so nennt der geniale, menschenscheue Tüftler Prokop seine Erfindung, denn bereits eine kleine Menge davon entfaltet die gleiche Zerstörungskraft wie die gigantische Explosion des Vulkans Krakatau im 19. Jahrhundert. Durch einen Unfall in seinem Labor außer Gefecht gesetzt muß Prokop nach seiner Rückkehr festellen, daß sämtliche Unterlagen und Proben gestohlen wurden, denn seine Erfindung ruft mächtige und skrupellose Interessenten auf den Plan.
    Prokop wird aus der kleinen, abgeschlossenen Welt seines Labors hineingezogen in einen Strudel aus Gier nach Macht und Reichtum und vielleicht sogar in den Kampf um die Weltherrschaft.
  3. Maupassant, Guy de · Der Horla
    Maupassant starb 1893, erst 42 Jahre alt, in geistiger Umnachtung in einer Heilanstalt in Paris. Der literarische Ausdruck von Maupassants tiefdunklen Stimmung in seinen letzten Lebensjahren ist die Novelle »Der Horla«, eine der besten Schauergeschichten, die je geschrieben wurde.
  4. Laßwitz, Kurd · Auf zwei Planeten (2 Bände)
    Deutsche Forscher verunglücken am Nordpol mit ihrem Ballon und entdecken dort eine geheime Station der Marsianer. Das erste Zusammentreffen der fremden Kulturen ist friedlich, doch später kommt es zur Konfrontation: die Marsianer besetzen die Erde, um die aus ihrer Sicht primitive und moralisch unterentwickelte Menschheit zum Besseren zu erziehen. Während die Marsianer durch ihre Begegnung mit den Menschen verrohen und entgegen ihrer ursprünglichen Absicht zu Unterdrückern und Besatzern werden, vereint der gemeinsame Feind die Menschen über National- und Standesgrenzen hinweg zum gemeinsamen Widerstand gegen die Fremdherrschaft.
    »Auf zwei Planeten« ist ein großer Klassiker der SF-Literatur, ein spannender und mitreißender Zukunftsroman. Die meisten technischen Visionen aus der Entstehungszeit des Romans Ende des 19. Jahrhunderts sind zwar nicht Realität geworden, aber die philosophischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen beim Zusammentreffen verschiedener Kulturen sind heute immer noch brandaktuell.
  5. Domink, Hans · Atomgewicht 500
  6. Gotthelf, Jeremias · Die schwarze Spinne
  7. Hoffmann, E.T.A. · Die Elixiere des Teufels
  8. Kafka, Franz · Die Verwandlung
  9. Poe, Edgar Allan · Seltsame Geschichten
  10. Renard, Maurice · Der Doktor Lerne
  11. Shelley, Mary · Frankenstein oder Der moderne Prometheus
  12. Verne, Jules · Zwanzigtausend Meilen unter'm Meer (2 Bände)
  13. Wilde, Oscar · Das Gespenst von Canterville

III. Kriminalfälle und -romane

  1. Doyle, Arthur Conan · Der Hund der Baskervilles
    Dieser Fall zählt zu den berühmtesten des Meisterdetektivs. Sherlock Holmes und Watson werden in der Bakerstreet vom Landarzt Dr. Mortimer aufgesucht. Dieser erzählt von einem anscheinend übernatürlichen Phänomen, daß in der Sumpflandschaft von Dartmoor seit Jahrhunderten Furcht und Schrecken verbreitet: ein gigantischer Höllenhund, der es auf die Mitglieder der begüterten Familie der Baskervilles abgesehen hat. Kürzlich erst kam Sir Charles, der freundliche und freigiebige Schloßherr, unter sehr merkwürdigen Umständen zu Tode. Jetzt wird der letzte Erbe dieses alten und ehrwürdigen Geschlechts in seiner Heimat erwartet. Dr. Mortimer fürchtet um das Leben des jungen Sir Baskerville und bittet Sherlock Holmes um Hilfe.
  2. Chesterton, Gilbert Keith · Priester und Detektiv
    Ein Zyklus von spannenden Kriminalgeschichten um Father Brown und seinen Freund, den Exverbrecher, Flambeau.
    Gilbert Keith Chesterton schuf die unsterbliche Detektivfigur des kleinen Priesters mit dem großen Herzen und dem messerscharfen Verstand am Anfang des 20. Jahrhunderts.
  3. Lessing, Theodor · Haarmann. Die Geschichte eines Werwolfs
    Dieses Buch handelt von einem der schlimmsten Serientäter der deutschen Kriminalgeschichte. Haarmann hatte im Hannover der 20ger Jahre des 20. Jahrhunderts ungefähr dreißig jungen Männern ermordet und Teile ihrer zerteilten Körper als Fleisch verkauft. Die genaue Zahl seiner Opfer wußte er selber nicht, Anklage wurde für 27 Morde erhoben.
    Der Philosoph und politische Publizist Theodor Lessing verfolgte das Strafverfahren gegen den Massenmörder Haarmann als Prozessberichterstatter. Lessing schreibt über seine Arbeit an diesem Buch: »Nur mit Widerwillen, ja oft mit Ekel bin ich, ganz andersartige Lebensarbeit unterbrechend, der Chronist dieses Stückes ›Kulturgeschichte‹ geworden.«
  4. Weinert-Wilton, Louis · Die chinesische Nelke
    Louis Weinert-Wilton, eigentlicher Name Alois Weinert, ist der deutsche Edgar Wallace. Wie beim britischen Ebenbild schleichen finstere Gestalten voller verbrecherischer Pläne durch das nächtliche London, aber scharfsinnige Detektive werden hoffentlich das Schlimmste zu verhindern wissen.
  5. Bettauer, Hugo · Der Frauenmörder (Dazu Der Fall Landru, der Bettauer zu diesem Roman anregte)
  6. Groller, Balduin · Detektiv Dagoberts Taten und Abenteuer (2 Bände)
  7. Alexis, Willibald · Kriminalfälle des neuen Pitaval
  8. Fontane, Theodor · Quitt
  9. Glauser, Friedrich · Wachtmeister Studer
  10. Schiller, Friedrich · Der Geisterseher
  11. Temme, Hubertus · In einer Brautnacht
  12. Wallace, Edgar · Der unheimliche Mönch
  13. Weiß, Ernst · Der Fall Vukobrankovics

IV. Spannung & Abenteuer

  1. London, Jack · Wolfsblut
    »Wolfsblut« ist eines der schönsten Hundebücher, das je geschrieben wurde. Der Titelheld Wolfsblut, ein Mischling zwischen Wolf und Hund, wird hin- und hergerissen zwischen der Sehnsucht der Wolfsnatur nach Freiheit und Wildnis und seiner hundeeigenen Liebe zu den Menschen. Nach spannenden und gefährlichen Erlebnissen findet Wolfsblut schließlich seinen Platz im Leben.
    Auch wenn das Tier überhöht und idealisiert geschildert wird, so offenbart Jack London doch ein tiefes Verständnis für das Wesen des Hundes.
  2. Melville, Herman · Taïpi. Ein Südsee-Erlebnis
    Herman Melville, geboren in New York, ging mit siebzehn als Schiffsjunge zur See. Nach zwölf abenteuerlichen Jahren auf den Weltmeeren ließ er sich als Schriftsteller in New York nieder. In »Taïpi« führt uns Melville in das Paradies der königlichen Kannibalen, unter denen er gelebt und deren Leben und Wesen er studiert hat, bevor die westliche Zivilisation es zerstörte. Karl Federn übersetzte dieses Buch ins Deutsche.
  3. Trelawny, Edward John · Ich war Pirat
    Edward John Trelawny kam am 13. November 1792 in London zur Welt. Der Vater, Charles Brereton, war Oberstleutnant und Mitglied des Unterhauses, die Mutter Spanierin. Nach rudimentärer Schulbildung kam Trelawny mit nicht ganz 13 Jahren zur Marine, später zur Seeschule und ging dann auf ein nach Ostindien bestimmtes Kriegsschiff, von dem er in Bombay davongelaufen ist. Vermutlich hat er dann auf einem Kaperschiff in den indischen und malaiischen Meeren angeheuert. Nach einer zwischenzeitlichen Rückkehr nach England brach er 1820 zu Reisen nach Italien und Griechenland auf. Hier lernte er Byron und Shelley kennen und nahm später mit Byron an dem Freiheitskampf der Griechen teil. Auf der griechischen Insel Cephalonia trennte Trelawny sich von Byron, schloß sich dem Freischärler Odysseus Androutsos an und unterstützte ihn im Banden- und Kleinkrieg gegen die türkische Herrschaft.
    Nach abenteuerlichen Jahren und einer schweren Schußverletzung kehrte er 1835 endgültig nach England zurück und ließ sich auf einem kleinen walisischen Landgut nieder, wo er sich mit Leidenschaft und Erfolg der Landwirtschaft widmete. Trelawny war dreimal verheiratet, dreimal von seinen Ehefrauen getrennt und hatte drei Kinder, für die er Zeit seines Lebens gut gesorgt hat. »Ich war Pirat« ist ein spannender Abenteuer- und Seeroman mit autobiographischen Zügen. Über sein Buch sagt der Autor: »... daß in dem ausdrücklich für Männer geschriebnen Buch nichts geglättet oder fortgelassen werden dürfe.« Das Werk gehört seit seinem ersten Erscheinen 1831 zu den anerkannten Klassikern Englands.
  4. Conrad, Joseph · Nostromo
  5. Cooper, James Fenimore · Der letzte Mohikan
  6. Gerstäcker, Friedrich · Die Regulatoren in Arkansas
  7. May, Karl · Winnetou
  8. Möllhausen, Balduin · Der Piratenlieutenant (2 Bände)
  9. Marryat, Frederick · Der fliegende Holländer
  10. Reck-Mallaczewen, Fritz · Bomben auf Monte Carlo
  11. Scott, Walter · Ivanhoe
  12. Stevenson, Robert Louis · Die Schatzinsel
  13. Verne, Jules · Die Kinder des Kapitän Grant (3 Bände)

V. Übersetzte Weltliteratur

  1. Jacobsen, Jens Peter · Novellen
    Jens Peter Jacobsen (1847-1885) ist einer der bedeutendsten dänischen Schriftsteller, der durch sein Werk großen Einfluß auf viele andere Künstler hatte, zum Beispiel auf Rainer Maria Rilke und Stefan George.
    Diese deutsche Übersetzung von sechs Novellen Mogens – Ein Schuß in den Nebel – Zwei Welten – Hier sollten Rosen blühen – Die Pest in Bergamo – Frau Fönß durch Mathilde Mann erschien zuerst ca. 1912.
  2. Galsworthy, John · Das Herrenhaus
    John Galsworthy, Literaturnobelpreisträger und weltberühmt durch die »Die Forsyte-Saga«, verfaßte diesen Roman um eine fatale Affäre in der besseren Gesellschaft 1907.
    Bei einem Besuch auf dem väterlichen Landsitz von Worsted Skeynes verliebt sich der junge George Pendyce in Helen Bellew, eine hübsche Frau, die von ihrem Ehemann getrennt, aber nicht geschieden ist. Zurückkehrt nach London setzt er die Liebesaffäre fort; ein Skandal in der damaligen Zeit und ein strafbewehrtes Verhalten. Gregory Vigil, ein anderer Bewunderer und Unterstützer Helen Bellews, der nichts von ihrer Affäre mit George weiß, entscheidet, daß sie sich von Captain Bellew scheiden lassen muß, um die gesellschaftlichen Ächtung als verheiratete, aber verlassene Frau zu beenden. Ehebruch war einer der wenigen möglichen Scheidungsgründe in der damaligen Zeit. So beauftragt Vigil Detektive, um Helens Ehemann ein Fehlverhalten nachzuweisen. Aber Captain Bellew erfährt von den Scheidungsplänen und weiß um die Affäre seiner Frau. Er setzt sich mit Georges Vater in Verbindung und droht, seinerseits Scheidungsklage wegen Ehebruchs zu erheben und, wenn George sich nicht von Helen trennt, in dem Prozeß George als Grund zu benennen. George weigert sich, Helen zu verlassen und nimmt damit den Bruch mit seiner Familie in Kauf. Der Vater verstößt ihn, er ändert sein Testament und beläßt seinem Sohn als einziges Erbe das Herrenhaus.
    Georges Mutter leidet unter dem Familienzwist und sucht ihren Sohn trotz des Verbotes ihres Mannes in London auf. Sie findet ihn in verzweifelter Stimmung durch den Zwist mit den Eltern und Wettschulden, die er nicht bezahlen kann. Inzwischen ist Helen Bellew seiner überdrüssig geworden und hat ihn verlassen. Mrs. Pendyce hilft George durch die erste verzweifelte Phase enttäuschter Liebe, in der er droht, sich umzubringen. Um ihrem Sohn zu helfen, ist sie bereit sich zu demütigen und tritt einen Bittgang zu Captain Bellew an. Es gelingt ihr, den betrogenen Ehemann zu besänftigen: er zieht die Scheidungsklage zurück, damit ist Georges Ruf gerettet. Mrs. Pendyce kehrt sehr glücklich nach Hause zurück, voller Ehrgeiz und Pläne für ihren wiedergewonnen Sohn.
  3. Dostojewski, Fjodr Michailowitsch · Weiße Nächte
    Drei Meisternovellen über Liebe und Ehe.
    Weiße Nächte sind die hellen Nächte in St. Petersburg in der Zeit um die Sommersonnenwende, Nächte, in denen es niemals dunkel wird. Das eigentümliche Licht läßt die Menschen leicht und fröhlich werden und empfänglich für die Liebe. Diese berühmte Novelle erzählt die bittersüße Geschichte einer vergeblichen Leidenschaft, denn die Angebetete hat ihr Herz schon an einen anderen vergeben, aber: »Mein Gott! Ein ganzer Augenblick der Seligkeit! Genügte er nicht für ein ganzes Menschenleben?«
    Weitere Novellen in diesem Buch: Ein schwaches Herz – Christbaum und Hochzeit
  4. Balzac, Honoré de · Die Frau von dreißig Jahren
  5. Cervantes Saavedra, Miguel de · Der sinnreiche Junker Don Quijote von der Mancha (2 Bände)
  6. Defoe, Daniel · Robinson Crusoe
  7. Dickens, Charles · David Copperfield (2 Bände)
  8. Dostojewski, Fjodr Michailowitsch · Schuld und Sühne
  9. Flaubert, Gustave · Madame Bovary
  10. Manzoni, Alessandro · Die Verlobten
  11. Titus Petronius · Begebenheiten des Enkolp
  12. Sienkiewicz, Henryk · Quo vadis?
  13. Tolstoi, Lew · Auferstehung (4 Bände)

VI. Humor und Satire

  1. Lichtenberg, Georg Christoph · Ein verkleinertes Bild seines Gedankenlebens (Aus den Sudelbüchern. Hg: Karl Kraus)
    »Der Mann hatte so viel Verstand, daß er fast zu nichts mehr in der Welt zu gebrauchen war.« Dieser Ausspruch Lichtenbergs trifft auf ihn selbst, den genialen Denker und Aphoristiker nicht zu. »Lichtenberg. Ein verkleinertes Bild seines Gedankenlebens« ist eine Auswahl aus den »Sudelbüchern«, vorgenommen von dem österreichischen Schriftsteller, Theaterkritiker und Kulturphilosophen Egon Friedell, der über Lichtenberg sagt: »Lichtenberg hat das Zeitlose aller vollkommen freien Geister. Sein Mangel an jeglicher Einseitigkeit, Pedanterie und Trockenheit macht ihn für jedermann zugänglich.«
  2. Gogol, Nikolai Wassiljewitsch · Die toten Seelen oder Die Abenteuer Tschitschikows
    Thomas Mann schrieb über Gogol: »Seit Gogol ist die russische Literatur komisch, – komisch aus Realismus, aus Leid und aus Mitleid, aus tiefster Menschlichkeit, aus satirischer Verzweiflung.« Besser läßt sich der einzige Roman Gogols, »Die toten Seelen«, nicht zusammenfassen.
  3. Allais, Alphonse · Album Primo-Avrilesque
  4. Busch, Wilhelm · Die fromme Helene
  5. Hasek, Jaroslav · Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk
  6. Immermann, Karl · Münchhausen
  7. Jerrold, Douglas · Madame Kaudel's Gardinenpredigten
  8. Kraus, Karl · Sittlichkeit und Kriminalität
  9. Morgenstern, Christian · Galgenlieder
  10. Mühsam, Erich · Die Psychologie der Erbtante
  11. Schmitz, Hermann Harry · Buch der Katastrophen
  12. Thoma, Ludwig · Der Münchner im Himmel
  13. Tucholsky, Kurt · ... ganz anders

VII. Schmöker

  1. Hillern, Wilhelmine von · Die Geier-Wally
    Wer kennt nicht die Geschichte aus den Ötztaler Alpen um die wilde Wally, die sich dem Willen des Vaters widersetzt und deshalb auf die Alm verbannt wird. Sie kämpft gegen Vincenz, den Erbschleicher und vom Vater befohlenen Bräutigam, und um ihre Liebe, den Bärenjosef, der sie jedoch verschmäht. Aber Aufgeben ist der hochlandwilden Maid Sache nicht: sie erringt ihr Glück und ihre Liebe, so, wie sie auch den Kampf mit dem wilden Raubvogel in der Steilwand besteht.
    Die Geier-Wally, geschaffen 1873, ist eine für das 19. Jahrhundert außergewöhnliche Frauengestalt. Das Buch ist ein Klassiker des Heimatromans und mehrfach verfilmt worden.
  2. Adlersfeld-Ballestrem, Eufemia von · Der Maskenball in der Ca' Torcelli
  3. Brontë, Emily · Stürmische Höhen
  4. Collins, William Wilkie · Die Frau in Weiß (4 Bände)
  5. Dumas (der Ältere), Alexandre · Der Graf von Monte Christo (4 Bände)
  6. Duncker, Dora · Grossstadt
  7. Freytag, Gustav · Die Ahnen
  8. Ganghofer, Ludwig · Waldrausch
  9. Hawthorne, Nathaniel · Der scharlachrote Buchstabe
  10. Hugo, Victor · Der Glöckner von Notre-Dame
  11. Marlitt, Eugenie · Die Frau mit den Karfunkelsteinen
  12. Stowe, Harriett Beecher · Onkel Toms Hütte
  13. Wolzogen, Ernst von · Die Erbschleicherinnen (2 Bände)

VIII. Herz & Schmerz

  1. Hermann, Georg · Jettchen Gebert
    Als 1906 Georg Hermanns Roman »Jettchen Gebert« erschien, wurde er zu einem sensationellen Erfolg und machte Georg Hermann zu einem der meistgelesenen deutschsprachigen Schriftsteller seiner Zeit. »Jettchen Gebert« und der zweite Teil der Geschichte, »Henriette Jacoby«, spielt in einer gutsituierte jüdischen Familie im Berlin des Biedermeier. Henriette, hübsch und klug, liebevoll Jettchen genannt, verbringt eine unbeschwerte Jugend im Haus ihres Pflegevaters Salomon. Die wichtigste Person in ihrem Leben ist ihr Onkel Jason, das »Enfant terrible der Familie«. Er macht sie mit dem jungen Schriftsteller Friedrich Kößling bekannt. Obwohl sie sich zu Kößling hingezogen fühlt, fügt sie sich dem Wunsch der Familie und heiratet den Kaufmann Julius Jakoby. Am Abend nach der Hochzeit jedoch kommt es zum Eklat: sie verläßt den ungeliebten Ehemann und flieht aus dem Haus.
  2. Hermann, Georg · Henriette Jacoby
    Im zweiten Tel des Romans, »Henriette Jacoby«, versucht die Heldin, sich ihre Unabhängigkeit von der Familie zu erkämpfen. Zuerst findet sie Unterkunft und Unterstützung bei ihrem Onkel Jason, kehrt aber später wieder in das Haus der Geberts zurück. Ihre Versuche, ein selbstbestimmtes Leben zu führen scheitern und schließlich zerbricht sie an einer unerfüllbaren Liebe, die sich nie einzugestehen wagte.
  3. Alcoforado, Marianna · Portugiesische Briefe
  4. Brontë, Charlotte · Jane Eyre, die Waise von Lowood.
  5. Burnett, Frances Hodgson · Der kleine Lord
  6. Choderlos de Laclos, Pierre-Ambroise-François · Gefährliche Liebschaften (2 Bände)
  7. Fontane, Theodor · Frau Jenny Treibel
  8. Goethe, Johann Wolfgang von · Die Leiden des jungen Werther
  9. Heyking, Elisabeth von · Briefe, die ihn nicht erreichten
  10. Lespinasse, Julie de · Die Liebesbriefe der Julie de Lespinasse
  11. Fallada, Hans · Kleiner Mann - Was nun?
  12. Tucholsky, Kurt · Schloß Gripsholm
  13. Verschiedene Autoren · Deutsche Liebesbriefe

IX. Erotik

  1. Balzac, Honoré de · Die dreißig tolldreisten Geschichten
    Balzac schreibt im Prolog zu seinem Werk: »Das ist ein stark gepfeffertes Buch, ein Buch für die Kenner kräftiger und saftiger Bissen, die vom Guten und Besten der Welt den Geschmack auf der Zunge haben, und eines für solche Zecher am Spundloch des Lebens.«
    Diese Übersetzung des pikanten Werkes durch den Schriftsteller Benno Rüttenauer erschien zuerst 1911 und enthält 400 Illustrationen von Gustave Doré, dem berühmten französischen Zeichner und Karrikaturisten.
  2. Beardsley, Aubrey · Venus und Tannhäuser
    »Die Geschichte von Venus und Tannhäuser, darein verflochten eine genaue Beschreibung der Bräuche am Hofstaate der Frau Venus, Göttin und Buhlerin in dem berüchtigten Hörselberge, und woran angeschlossen Tannhäusers Abenteuer daselbst, seine Bereuung, Fahrt nach Rom und Rückkehr zum Hörselberge der Liebe.«
    Der bekannte Grafiker Aubrey Beardsley hinterließ als einziges literisches Erbe die Novelle »Venus und Tannhäuser«, die noch nicht vollendet war, als er mit 25 Jahren an Tuberkulose starb. Franz Blei, Autor und Übersetzer, schrieb dieses kleine erotische Juwel zu Ende.
    Mit zahlreichen Illustrationen von Aubrey Beardsley.
  3. Blei, Franz · Der Persische Dekameron
    Erotische Geschichten aus der klassischen persischen Literatur, aus französischen und englischen Quellen übersetzt von Franz Blei:
    »Es gibt keine Zweideutigkeit. Dafür ist ihm die Sache selbst, die Liebe, zu seriös, zu heilig – und gerade deshalb erzählt er das, was Toren oder Spitzbuben diesem Heiligen antun und erzählt es als komische Glosse, wie zu einem pathetischen Text.«
  4. Margarete von Navarra · Das Heptameron
    Margarete von Navarra wurde am 11. April 1492 in Angoulême geboren und starb am 21. Dezember 1549. Sie stammte aus einer Nebenlinie der französischen Königsfamilie der Valois und gehörte zu den mächtigsten Frauen ihrer Zeit. Ihr Enkel wurde als späterer König Heinrich IV. einer der größten Herrscher Frankreichs. Sie sprach und schrieb sieben Sprachen, war literarisch sehr begabt, betätigte sich als Mäzenin und zog Künstler und Theologen an ihren Hof. Sie sympathisierte mit den Gedanken Martin Luthers und protegierte Intellektuelle, die den Hugenotten zugerechnet werden konnten.
    Weit entfernt von hugenottisch-calvinistischer Frömmelei verfaßte sie das »Heptameron«, zweiundsiebzig saftig-erotische Erzählungen, die in eine Rahmenhandlung eingebettet sind.
  5. Alkiphron · Die Hetärenbriefe des Alkiphron
  6. Bretonne, Nicolas Edmonde Rétif de la · Zeitgenössinnen
  7. Boccaccio, Giovanni · Decameron
  8. Brantôme, Pierre de Bourdeille Seigneur de · Das Leben der galanten Damen
  9. Casanova, Giacomo · Erinnerungen (6 Bände)
  10. Louys, Pierre · Aphrodite
  11. Margarete von Navarra · Das Heptameron
  12. Ovid · Liebeskunst
  13. Schnitzler, Arthur · Traumnovelle

X. Poesie

  1. Nietzsche, Friedrich Wilhelm · Lieder des Prinzen Vogelfrei
    Friedrich Wilhelm Nietzsche, der weltberühmte wortgewaltige Denker, hat nicht nur »mit dem Hammer philosophiert«, sondern ist auch als Lyriker hervorgetreten. Dieses Buch enthält die Gedichtzyklen »Lieder des Prinzen Vogelfrei«, »Idyllen aus Messina«, sowie weitere Gedichte des großen Philosophen.
    Als Buch im Verlag Gutenberg-DE erschienen: Gedichte. Scherz, List und Rache – Vorspiel in deutschen Reimen – Lieder des Prinzen Vogelfrei – Idyllen aus Messina – Verschiedene Gedichte
  2. Hebel, Johann Peter · Allemannische Gedichte
    Alemannisch dunkt üüs guet!
    Vor über 200 Jahren verfasste Johann Peter Hebel diese einmalige Gedichtsammlung in alemannischer Sprache. Er schreibt in der Einleitung:
    »Der Dialekt, in welchem diese Gedichte verfaßt sind, mag ihre Benennung rechtfertigen. Er herrscht in dem Winkel des Rheins zwischen dem Frickthal und ehemaligen Sundgau, und weiterhin in mancherlei Abwandlungen bis an die Vogesen und Alpen, und über den Schwarzwald hin in einem großen Theil von Schwaben. Für Freunde ländlicher Natur und Sitten eignet diese Gedichte ihr Inhalt und ihre Manier. Wenn Leser von höherer Bildung sie nicht ganz unbefriedigt aus den Händen legen, und dem Volk das Wahres Gute und Schöne mit den heimischen und vertrauten Bildern lebendiger und wirksamer in die Seele geht, so ist der Wunsch des Verfassers erreicht.«
    Mit vielen Bildern von Ludwig Richter und einem Glossar der verwendeten Dialektausdrücke.
  3. Baudelaire, Charles · Die Blumen des Bösen
  4. Droste-Hülshoff, Annette von · Gedichte 1844
  5. George, Stefan Das Jahr der Seele
  6. Goethe, Johann Wolfgang von · Gedichte. Ausgabe letzter Hand
  7. Hafis · Aus dem Diwan des Hafis
  8. Heine, Heinrich · Buch der Lieder
  9. Hölderlin, Friedrich · Gedichte 1784 - 1800
  10. Lasker-Schüler, Else · Der siebente Tag
  11. Rilke, Rainer Maria · Das Stunden-Buch
  12. Schiller, Friedrich · Gedichte
  13. Trakl, Georg · Gedichte

XI. Biographien und Autobiographien

  1. Thoreau, Henry · Walden oder Leben in den Wäldern
    Henry David Thoreau (1817 – 1862) war ein Dichter, Philosoph und, wie wir heute sagen würden, ein Aussteiger. Nach dem Besuch der Universität von Harvard betätigte er sich in verschiedenen Berufen und begann zu schreiben, wobei er aber zuerst wenig reüssierte. Von seinem Buch »A week on the Concord and Merrimac river« erhielt er den größten Teil der Auflage unverkauft zurück, was er so kommentierte: »Ich besitze jetzt seit einiger Zeit eine ziemlich umfangreiche Bibliothek, mehr als siebenhundert Bände, die ich fast alle selbst geschrieben habe.«
    1845 verläßt er die Zivilisation, um frei und völlig unabhängig zu leben. Er zieht in die Wälder an das Ufer des Sees Walden, wo er sich in Eigenarbeit eine schlichte Hütte errichtet und von dem lebt, was er auf einem kleinen Feld anbaut und was Wald und See ihm schenken. Er ist voller Verachtung für jede staatliche Einrichtung und weigert sich, Steuern zu zahlen, was ihm einen Gefängnisaufenthalt einbringt. »Die Regierung, die überhaupt nicht regiert,« war seiner Ansicht nach die beste. In den Jahren als Einsiedler am See enstand das Buch »Walden oder Leben in den Wäldern«, ein philosphisches Tagebuch voll tiefer Erkenntnisse, geistreicher Aphorismen und wundervoller Naturschilderungen, ein Buch, das dem Leser Lust macht, es Thoreau nachzutun.
  2. Fallada, Hans · Damals bei uns daheim
  3. Benjamin, Walter · Berliner Kindheit um Neunzehnhundert
  4. Goethe, Johann Wolfgang von · Dichtung und Wahrheit (2 Bände)
  5. Irving, Washington · Das Leben Mohammeds, des arabischen Propheten
  6. Kowalewskaja, Sofja Wassiljewna · Jugenderinnerungen
  7. Feuerbach, Paul Johann Anselm Ritter von · Kaspar Hauser - Augenzeugenberichte und Selbstzeugnisse
  8. Rosen, Erwin · In der Fremdenlegion
  9. Schwab, Gustav · Schiller's Leben
  10. Seume, Johann Gottfried · Mein Leben
  11. Strindberg, August · Inferno
  12. Trenck, Friedrich von der · Des Freiherrn von der Trenck seltsame Lebensgeschichte
  13. Zweig, Stefan · Marie Antoinette. Bildnis eines mittleren Charakters

XII. Aus der Natur

  1. Darwin, Charles · Die Entstehung der Arten durch Naturauslese
    Bereits auf der Forschungsreise der HMS Beagle 1831–1836 entwickelte Charles Darwin seine Theorie, daß sich Tier- und Pflanzenarten durch natürliche Selektion im Laufe langer Zeiträume verändern und daß alle heute existierenden Lebewesen von gemeinsamen Vorfahren abstammen. Erst 20 Jahre später entschloß er sich, seine Arbeit einem breiten Publikum zugänglich zu machen und veröffentliche 1856 »Die Entstehung der Arten durch Naturauslese oder die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampf ums Dasein.«
    Kaum ein anderes Buch hat die Sicht des Menschen auf die Welt und sich selbst so erschüttert, wie dieses epochale Werk von Charles Darwin und kaum ein anderes Buch wurde derart vehement von den einen verdammt und den anderen verteidigt. Diese Kontroverse ist auch noch heute, über 150 Jahre nach dem Erscheinen von »Über die Entstehung der Arten«, nicht endgültig beendet. Die Schule der Kreationisten will die überwältigenden wissenschaftlichen Beweise für Darwins Thesen nicht akzeptieren, sondern hält an dem Glauben an die Schöpfung allen Lebens und des Menschen durch einen unmittelbaren Eingriff Gottes fest.
  2. Hahnemann, Samuel · Organon der Heilkunst
    Das »Organon der Heilkunst« gilt als die Bibel der Homöopathie, einer medizinische Lehre, die seit 200 Jahren praktiziert wird und Millionen Patienten geholfen hat. Dieses Buch folgt der 4. Auflage von 1829, die noch zu Hahnemanns Lebzeiten erschien. Die Originalschreibweise wurde beibehalten.
  3. Bartels, Max · Die Medicin der Naturvölker
  4. Bley, Franz · Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt (2 Bände)
  5. Brehm, Alfred · Brehms Tierleben (28 Bände)
  6. Gothein, Marie Luise · Geschichte der Gartenkunst
  7. Goethe, Johann Wolfgang von · Naturwissenschaftliche Schriften. Optik und Farbenlehre, Physik
  8. Humboldt, Alexander von · Kosmos
  9. Moszkowski, Alexander · Einstein - Einblicke in seine Gedankenwelt
  10. Nansen, Fritjof · In Nacht und Eis (3 Bände)
  11. Ostwald, Wilhelm · Grundriß der Naturphilosophie
  12. Pückler, Hermann Fürst von · Andeutungen über Landschaftsgärtnerei
  13. Wegener, Alfred · Mit Motorboot und Schlitten in Grönland

Literaturnobelpreisträger

 
1901
Sully Prudhomme (1839 – 1907)  Frankreich,
»als Anerkennung seiner ausgezeichneten, auch noch in späteren Jahren an den Tag gelegten Verdienste als Schriftsteller und besonders seiner Dichtungen, die hohen Idealismus, künstlerische Vollendung und eine seltene Vereinigung von Herz und Geist bezeugen«.
1902
Theodor Mommsen (1817 – 1903)  Deutschland,
»dem gegenwärtig größten lebenden Meister der historischen Darstellungskunst, mit besonderer Berücksichtigung seines monumentalen Werkes ›Römische Geschichte‹«.
1903
Bjørnstjerne Bjørnson (1832 – 1910)  Norwegen,
»als ein Beweis der Anerkennung für seine edle, großartige und vielseitige Wirksamkeit als Dichter, die immer durch einmalige Frische der Eingebung und durch eine seltene Seelenreinheit ausgezeichnet war«.
1904
Frédéric Mistral (1830 – 1914)  Frankreich,
»mit Bezug auf die frische Ursprünglichkeit, das Geistreiche und Künstlerische in seiner Dichtung, die Natur und Volksleben seiner Heimat getreu widerspiegelt, sowie auf seine bedeutungsvolle Wirksamkeit als provenzalischer Philologe«.
José Echegaray (1832 – 1916)  Spanien,
»mit Bezug auf seine umfassende und geistreiche Verfasserschaft, die auf selbständige und originelle Weise die großen Traditionen des spanischen Schauspiels wiederbelebt hat«.
1905
Henryk Sienkiewicz (1846 – 1916)  Polen,
»auf Grund seiner großartigen Verdienste als epischer Schriftsteller«.
1906
Giosuè Carducci (1835 – 1907)  Italien,
»nicht nur in Anerkennung seiner reichen Gelehrsamkeit und seiner kritischen Forschungen, sondern vor allem als eine Huldigung für die plastische Energie, die Frische des Stils und die lyrische Kraft, die seine poetischen Meisterwerke auszeichnen«.
1907
Rudyard Kipling (1865 – 1936)  Vereinigtes Königreich,
»in Anerkennung der Beobachtungsgabe, der ursprünglichen Einbildungskraft sowie der männlichen Stärke in Auffassung und Schilderungskunst, die die Schöpfungen dieses weltberühmten Schriftstellers auszeichnen«.
1908
Rudolf Eucken (1846 – 1926)  Deutschland,
»auf Grund des ernsten Suchens nach Wahrheit, der durchdringenden Gedankenkraft und des Weitblicks, der Wärme und Kraft der Darstellung, womit er in zahlreichen Arbeiten eine ideale Weltanschauung vertreten und entwickelt hat«.
1909
Selma Lagerlöf (1858 – 1940)  Schweden,
»auf Grund des edlen Idealismus, des Phantasiereichtums und der seelenvollen Darstellung, die ihre Dichtung prägen«.
1910
Paul Heyse (1830 – 1914)  Deutschland,
»als Huldigungsbeweis für das vollendete und von idealer Auffassung geprägte Künstlertum, das er während einer langen und bedeutenden Wirksamkeit als Lyriker, Dramatiker, Romanschriftsteller und Dichter von weltberühmten Novellen an den Tag gelegt hat«.
1911
Maurice Maeterlinck (1862 – 1949)  Belgien,
»auf Grund seiner vielseitigen literarischen Wirksamkeit, besonders seiner dramatischen Schöpfungen, die sich durch Phantasiereichtum auszeichnen und durch einen poetischen Idealismus, der, mitunter in der verschleierten Form des Märchenspiels, tiefe Eingebung offenbart und auf geheimnisvolle Weise Gefühl und Ahnung des Lesers anredet«.
1912
Gerhart Hauptmann (1862 – 1946)  Deutschland,
»vornehmlich für seine reiche, vielseitige, hervorragende Wirksamkeit auf dem Gebiete der dramatischen Dichtung«.
1913
Rabindranath Tagore (1861 – 1941)  Indien,
»auf Grund seiner tiefgründig einfühlsamen, frischen und wunderschönen Dichtung, mittels derer er mit vollendeter Kunstfertigkeit seine poetische Ausdrucksform in seinen wesenhaften englischen Worten der Literatur des Abendlandes hinzugefügt hat«.
1914
nicht verliehen
1915
Romain Rolland (1866 – 1944) (verliehen 1916)  Frankreich,
»als eine Huldigung für den erhabenen Idealismus seiner Verfasserschaft sowie für das Mitgefühl und die Wahrheit, mit der er verschiedenste Menschentypen zeichnet«.
1916
Verner von Heidenstam (1859 – 1940)  Schweden,
»als eine Anerkennung seiner Bedeutung als Wortführer einer neuen Epoche in unserer schönen Literatur«.
1917
Karl Gjellerup (1857 – 1919)  Dänemark,
»für seine vielseitige, reiche und von hohen Idealen getragene Dichtung«.
Henrik Pontoppidan (1857 – 1943)  Dänemark,
»für seine gehaltvolle Darstellung des heutigen dänischen Lebens«.
1918
nicht verliehen
1919
Carl Spitteler (1845 – 1924) (verliehen 1920)  Schweiz,
»im besonderen Hinblick auf sein mächtiges Epos ›Olympischer Frühling‹«.
1920
Knut Hamsun (1859 – 1952)  Norwegen,
»für sein monumentales Werk › Segen der Erde‹«.
1921
Anatole France (1844 – 1924)  Frankreich,
»als eine Anerkennung seiner glänzenden schriftstellerischen Tätigkeit, geprägt von edler Stilkunst, weitherziger Humanität, von Anmut und französischem Gemüt«.
1922
Jacinto Benavente (1866 – 1954)  Spanien,
»für die glückliche Weise, in der er die ehrenvollen Traditionen des spanischen Dramas weitergeführt hat«.
1923
William Butler Yeats (1865 – 1939)  Irland,
»für seine ständig beseelte Dichtung, die in der strengsten künstlerischen Form dem Geiste eines Volkes Ausdruck verleiht«.
1924
Wladyslaw Reymont (1867 – 1925)  Polen,
»für sein großes Nationalepos ›Die Bauern‹«.
1925
George Bernard Shaw (1856 – 1950) (verliehen 1926)  Vereinigtes Königreich,
»für seine sowohl von Idealismus als auch von Humanität getragene Verfasserschaft, deren frische Satire sich oft mit einer eigenartigen poetischen Schönheit vereint«.
1926
Grazia Deledda (1871 – 1936) (verliehen 1927)  Italien,
»für ihre von hohem Idealismus getragene Verfasserschaft, die mit Anschaulichkeit und Klarheit das Leben ihrer väterlichen Herkunft schildert und allgemeinmenschliche Probleme mit Tiefe und Wärme behandelt«.
1927
Henri Bergson (1859 – 1941) (verliehen 1928)  Frankreich,
»als Anerkennung für seine reichen und belebenden Ideen und die glänzende Kunst, womit sie vorgetragen werden«.
1928
Sigrid Undset (1882 – 1949)  Norwegen,
»vornehmlich für ihre mächtigen Schilderungen aus dem mittelalterlichen Leben des (skandinavischen) Nordens«.
1929
Thomas Mann (1875 – 1955)  Deutschland,
»vornehmlich für seinen großen Roman ›Buddenbrooks‹, der im Laufe der Jahre eine immer mehr sich festigende Anerkennung als ein klassisches Werk der zeitgenössischen Literatur gewonnen hat«.
1930
Sinclair Lewis (1885 – 1951)  Vereinigte Staaten,
»für seine starke und lebendige Schilderungskunst, nebst dem Talent, mit Witz und Humor Typen zu schaffen«.
1931
Erik Axel Karlfeldt (1864 – 1931)  Schweden,
»Erik Axel Karlfeldts Dichtung«.
1932
John Galsworthy (1867 – 1933)  Vereinigtes Königreich,
»für die vornehme Schilderungskunst, die in ›The Forsyte Saga‹ ihren höchsten Ausdruck findet«.
1933
Iwan Bunin (1870 – 1953)  Staatenlos,
»für die strenge Künstlerschaft, womit er die klassische russische Linie in der Prosadichtung vertritt«.
1934
Luigi Pirandello (1867 – 1936)  Italien,
»für seine kühne und sinnreiche Neuschöpfung von Drama und Bühnenkunst«.
1935
nicht verliehen
1936
Eugene O’Neill (1888 – 1953) (verliehen 1937)  Vereinigte Staaten,
»für seine von Kraft, Ehrlichkeit und starkem Gefühl sowie von selbständiger Auffassung des Tragischen geprägte dramatische Dichtung«.
1937
Roger Martin du Gard (1881 – 1958)  Frankreich,
»für die künstlerische Kraft und Wahrheit, womit er in der Romanserie ›Les Thibault‹ menschliche Gegensätze und wesentliche Seiten des gegenwärtigen Lebens darstellte«.
1938
Pearl S. Buck (1892 – 1973)  Vereinigte Staaten,
»für ihre reichen und echten epischen Schilderungen aus dem chinesischen Bauernleben und für ihre biographischen Meisterwerke«.
1939
Frans Eemil Sillanpää (1888 – 1964)  Finnland,
»für die tiefe Auffassung und die erlesene Stilkunst, womit er das Bauernleben und die Natur seines Heimatlandes in ihrem gegenseitigen Zusammenhang schildert«.
1940
nicht verliehen
1941
nicht verliehen
1942
nicht verliehen
1943
nicht verliehen
1944
Johannes Vilhelm Jensen (1873 – 1950)  Dänemark,
»für die seltene Kraft und Fruchtbarkeit seiner Dichterphantasie, verbunden mit umfassendem Intellekt und kühner schöpferischer Stilkunst«.
1945
Gabriela Mistral (1889 – 1957)  Chile,
»für die von mächtigen Gefühlen inspirierte Lyrik, die ihren Dichternamen zu einem Symbol für die ideellen Bestrebungen der ganzen lateinamerikanischen Welt gemacht hat«.
1946
Hermann Hesse (1877 – 1962)  Schweiz,
»für seine inspirierte Verfasserschaft, die in ihrer Entwicklung neben Kühnheit und Tiefe zugleich klassische Humanitätsideale und hohe Stilwerte vertritt«.
1947
André Gide (1869 – 1951)  Frankreich,
»für seine weitumfassende und künstlerisch bedeutungsvolle Verfasserschaft, in welcher Fragen und Verhältnisse der Menschheit mit unerschrockener Wahrheitsliebe und psychologischem Scharfsinn dargestellt werden«.
1948
Thomas Stearns Eliot (1888 – 1965)  Vereinigtes Königreich,
»für seine bemerkenswerte Leistung als Bahnbrecher in der heutigen Poesie«.
1949
William Faulkner (1897 – 1962) (verliehen 1950)  Vereinigte Staaten,
»für seine kraftvolle und künstlerisch selbständige Leistung in Amerikas Romanliteratur«.
1950
Bertrand Russell (1872 – 1970)  Vereinigtes Königreich,
»als eine Anerkennung für seine vielseitige und bedeutungsvolle Verfasserschaft, worin er als Vorkämpfer der Humanität und Gedankenfreiheit hervortritt«.
1951
Pär Lagerkvist (1891 – 1974)  Schweden,
»für die künstlerische Kraft und tiefe Selbständigkeit, womit er in seiner Dichtung die Antwort auf die ewigen Fragen des Menschen sucht«.
1952
François Mauriac (1885 – 1970)  Frankreich,
»für die durchdringende Seelenkenntnis und künstlerische Kraft, womit er in der Form des Romans das Drama des menschlichen Lebens deutet«.
1953
Winston Churchill (1874 – 1965)  Vereinigtes Königreich,
»für seine Meisterschaft in der historischen und biographischen Darstellung sowie für die glänzende Redekunst, mit welcher er als Verteidiger von höchsten menschlichen Werten hervortritt«.
1954
Ernest Hemingway (1899 – 1961)  Vereinigte Staaten,
»für seine kraftvolle und innerhalb der heutigen Erzählkunst stilbildende Meisterschaft, jüngst an den Tag gelegt in ›The Old Man and the Sea‹«, dt. Der alte Mann und das Meer ,
1955
Halldór Laxness (1902 – 1998)  Island,
»für seine anschauliche Epik, die die große isländische Erzählkunst erneuert«.
1956
Juan Ramón Jiménez (1881 – 1958)  Spanien,
»für seine lyrische Dichtung, die in spanischer Sprache ein Vorbild von hoher Geistigkeit und künstlerischer Reinheit bildet«.
1957
Albert Camus (1913 – 1960)  Frankreich,
»für seine bedeutungsvolle Verfasserschaft, die mit scharfsichtigem Ernst menschliche Gewissensprobleme in unserer Zeit beleuchtet«.
1958
Boris Pasternak (1890 – 1960) (nicht angenommen)  Sowjetunion,
»für seine bedeutende Leistung sowohl in der zeitgenössischen Lyrik als auch auf dem Gebiet der großen russischen Erzähltradition«.
1959
Salvatore Quasimodo (1901 – 1968)  Italien,
»für seine lyrische Dichtung, die mit klassischem Feuer das tragische Lebensgefühl der Gegenwart ausdrückt«.
1960
Saint-John Perse (1887 – 1975)  Frankreich,
»für den hohen Flug und die bildschöpferischen Phantasien seiner Dichtung, die die Zeitlage visionär widerspiegelt«.
1961
Ivo Andric (1892 – 1975)  Jugoslawien,
»für die epische Kraft, mit der er Motive und Schicksale aus der Geschichte seines Landes gestaltet«.
1962
John Steinbeck (1902 – 1968)  Vereinigte Staaten,
»für seine einmalige realistische und phantasievolle Erzählkunst, gekennzeichnet durch mitfühlenden Humor und sozialen Scharfsinn«.
1963
Giorgos Seferis (1900 – 1971)  Griechenland,
»für seine hervorragende lyrische Dichtung, inspiriert von tiefem Gefühl für die hellenische Kulturwelt«.
1964
Jean-Paul Sartre (1905 – 1980) (nicht angenommen)  Frankreich,
»in Anerkennung seines schöpferischen schriftstellerischen Schaffens, dessen freiheitlicher Geist und dessen Suche nach Wahrheit einen weitreichenden Einfluss auf unser Zeitalter ausgeübt hat«.
1965
Michail Scholochow (1905 – 1984)  Sowjetunion,
»für seine künstlerische Kraft und Ehrlichkeit, womit er in seinem Don-Epos einen geschichtlichen Zeitabschnitt aus dem russischen Volksleben gestaltet hat«.
1966
Samuel Agnon (1888 – 1970)  Israel,
»für seine tiefgründige charakteristische Erzählkunst mit Motiven aus dem jüdischen Volk«.
Nelly Sachs (1891 – 1970)  Schweden,
»für ihre hervorragenden lyrischen und dramatischen Werke, die das Schicksal Israels mit ergreifender Deutlichkeit interpretieren«.
1967
Miguel Ángel Asturias (1899 – 1974)  Guatemala,
»für seine in volkstümlicher Eigenart und indianischen Traditionen (Lateinamerikas) verwurzelte farbenreiche Dichtung«.
1968
Yasunari Kawabata (1899 – 1972)  Japan,
»für seine Erzählkunst, die mit feinem Gefühl japanisches Wesen und dessen Eigenart ausdrückt«.
1969
Samuel Beckett (1906 – 1989)  Irland,
»für eine Dichtung, die in neuen Formen des Romans und des Dramas die künstlerische Aufrichtung des Menschen aus seiner Verlassenheit erreicht«.
1970
Alexander Solschenizyn (1918 – 2008)  Sowjetunion,
»für die ethische Kraft, mit der er die unveräußerliche Tradition der russischen Literatur weitergeführt hat«.
1971
Pablo Neruda (1904 – 1973)  Chile,
»für eine Poesie, die mit der Wirkung einer Naturkraft Schicksal und Träume eines Kontinents lebendig macht«.
1972
Heinrich Böll (1917 – 1985)  Deutschland,
»für eine Dichtung, die durch ihre Verbindung von zeitgeschichtlichem Weitblick und liebevoller Gestaltungskraft erneuernd in der deutschen Literatur gewirkt hat«.
1973
Patrick White (1912 – 1990)  Australien,
»für seine epische und psychologische Erzählkunst, durch die der Literatur ein neuer Erdteil zugeführt worden ist«.
1974
Eyvind Johnson (1900 – 1976)  Schweden,
»für seine Kunst des Erzählens, die, weit über Länder und Zeiten blickend, im Dienste der Freiheit steht«.
Harry Martinson (1904 – 1978)  Schweden,
»für ein dichterisches Werk, das den Tautropfen einfängt und den Kosmos widerspiegelt«.
1975
Eugenio Montale (1896 – 1981)  Italien,
»für seine besonders geprägte Dichtung, welche mit großer künstlerischer Feinfühligkeit menschliche Werte als Ausdruck einer illusionsfreien Lebensanschauung deutet«.
1976
Saul Bellow (1915 – 2005)  Vereinigte Staaten,
»für das menschliche Verständnis und die subtile Kulturanalyse, die in seinem Werk vereinigt sind«.
1977
Vicente Aleixandre (1898 – 1984)  Spanien,
»für seine schöpferische Dichtung, die die Verhältnisse des Menschen im Kosmos und in der heutigen Gesellschaft beleuchtet und gleichzeitig die Erneuerung der traditionellen spanischen Poesie zwischen den Kriegen repräsentiert«.
1978
Isaac Bashevis Singer (1902 – 1991)  Vereinigte Staaten,
»für seine eindringliche Erzählkunst, die mit ihren Wurzeln in einer polnisch-jüdischen Kulturtradition universale Bedingungen des Menschen lebendig werden lässt«.
1979
Odysseas Elytis (1911 – 1996)  Griechenland,
»für seine Poesie, die, in der griechischen Tradition fußend, mit sinnlicher Kraft und intellektueller Klarsicht den Kampf eines modernen Menschen für die Freiheit gestaltet«.
1980
Czeslaw Milosz (1911 – 2004)  Polen und Vereinigte Staaten,
»der mit kompromissloser Klarsicht der Stellung des Menschen in einer Welt von schweren Konflikten Ausdruck verleiht«.
1981
Elias Canetti (1905 – 1994)  Vereinigtes Königreich,
»für sein schriftstellerisches Werk, geprägt von Weitblick, Ideenreichtum und künstlerischer Kraft«.
1982
Gabriel García Márquez (1927 – 2014)  Kolumbien,
»für seine Romane und Erzählungen, in denen sich das Phantastische und das Realistische in einer vielfacettierten Welt der Dichtung vereinen, die Leben und Konflikt eines Kontinents widerspiegeln«.
1983
William Golding (1911 – 1993)  Vereinigtes Königreich,
»für seine Romane, die mit der Anschaulichkeit realistischer Erzählkunst und der vieldeutigen Allgemeingültigkeit des Mythos menschliche Bedingungen in der heutigen Welt beleuchten«.
1984
Jaroslav Seifert (1901 – 1986)  Tschechoslowakei,
»für seine Dichtung, die mit frischer Sinnlichkeit und reicher Erfindungsgabe ein befreiendes Bild menschlicher Unbeugsamkeit und Vielfalt gibt«.
1985
Claude Simon (1913 – 2005)  Frankreich,
»der in seinen Romanen das Schaffen eines Dichters und Malers mit vertieftem Zeitbewußtsein in der Schilderung menschlicher Grundbedingungen vereint«.
1986
Wole Soyinka (* 1934)  Nigeria,
»der in breiter kultureller Perspektive und mit poetischen Obertönen das Drama des menschlichen Seins gestaltete«.
1987
Joseph Brodsky (1940 – 1996)  Vereinigte Staaten,
»für ein literarisches Schaffen von umfassender Breite, geprägt von gedanklicher Schärfe und dichterischer Ausdrucksstärke«.
1988
Nagib Mahfuz (1911 – 2006)  Agypten   Ägypten,
»Wegbereiter neuer (sozialkritischer) ägyptischer Erzählkunst zwischen Tradition und Moderne«.
1989
Camilo José Cela (1916 – 2002)  Spanien ,
»für seine reiche und eindringliche Prosakunst, die mit verhaltenem Mitgefühl eine herausfordernde Vision menschlichen Ausgesetztseins gestaltet«.
1990
Octavio Paz (1914 – 1998)  Mexiko,
»in Würdigung seiner leidenschaftlichen Dichtung mit weiten Horizonten, geprägt von sinnlicher Intelligenz und humanistischer Integrität«.
1991
Nadine Gordimer (1923 – 2014)  Südafrika,
»für ihre epische Dichtung, die der Menschheit einen großen Nutzen erwiesen hat und durch die tiefen Einblicke in das historische Geschehen dazu beiträgt, dieses Geschehen zu formen«.
1992
Derek Walcott (1930 – 2017)  Saint Lucia,
»für eine Dichtung von großer Leuchtkraft, getragen von einer historischen Vision, die aus einer multikulturellen Verpflichtung emporgewachsen ist«.
1993
Toni Morrison (1931 – 2019)  Vereinigte Staaten,
»für ihre literarische Darstellung einer wichtigen Seite der US-amerikanischen Gesellschaft durch visionäre Kraft und poetische Prägnanz«.
1994
Kenzaburo Oe (* 1935)  Japan,
»für seine Erschaffung einer Welt im Werk, in der sich Leben und Mythos zu einem erschütternden Bild des Menschen in der Gegenwart verdichten«.
1995
Seamus Heaney (1939 – 2013)  Irland,
»in Würdigung der lyrischen Schönheit und ethischen Tiefe seines Gesamtwerks«.
1996
Wislawa Szymborska (1923 – 2012)  Polen,
»für ihr Werk, das ironisch-präzise den historischen und biologischen Zusammenhang in Fragmenten menschlicher Wirklichkeit hervortreten lässt«.
1997
Dario Fo (1926 – 2016)  Italien,
»der in Nachfolge der mittelalterlichen Gaukler die Macht geißelt und die Würde der Schwachen und Gedemütigten wiederaufrichtet«.
1998
José Saramago (1922 – 2010)  Portugal,
»der mit Gleichnissen, getragen von Phantasie, Mitgefühl und Ironie, ständig aufs Neue eine entfliehende Wirklichkeit greifbar macht«.
1999
Günter Grass (1927 – 2015)  Deutschland,
»weil er in munterschwarzen Fabeln das vergessene Gesicht der Geschichte gezeichnet hat«.
2000
Gao Xingjian (* 1940)  Frankreich,
»für sein Werk von universaler Güte, bitterer Einsicht und sprachlichem Sinnreichtum«.
2001
V. S. Naipaul (1932 – 2018)  Vereinigtes Königreich,
»für seine Werke, die hellhöriges Erzählen und unbestechliches Beobachten vereinen, und uns zwingen, die Gegenwart verdrängter Geschichte zu sehen«.
2002
Imre Kertész (1929 – 2016)  Ungarn,
»für ein schriftstellerisches Werk, das die zerbrechliche Erfahrung des Einzelnen gegenüber der barbarischen Willkür der Geschichte behauptet«.
2003
J. M. Coetzee (* 1940)  Südafrika,
»der in zahlreichen Verkleidungen die überrumpelnde Teilhabe des Außenseitertums darstellt«.
2004
Elfriede Jelinek (* 1946)  Österreich,
»für den musikalischen Fluss von Stimmen und Gegenstimmen in Romanen und Dramen, die mit einzigartiger sprachlicher Leidenschaft die Absurdität und zwingende Macht der sozialen Klischees enthüllen«.
2005
Harold Pinter (1930 – 2008)  Vereinigtes Königreich,
»der in seinen Dramen den Abgrund unter dem alltäglichen Geschwätz freilegt und in den geschlossenen Raum der Unterdrückung einbricht«.
2006
Orhan Pamuk (* 1952)  Turkei,
»der auf der Suche nach der melancholischen Seele seiner Heimatstadt Istanbul neue Sinnbilder für Zusammenstoß und Verflechtung der Kulturen gefunden hat«.
2007
Doris Lessing (1919 – 2013)  Vereinigtes Königreich,
»der Epikerin weiblicher Erfahrung, die sich mit Skepsis, Leidenschaft und visionärer Kraft eine zersplitterte Zivilisation zur Prüfung vorgenommen hat«.
2008
Jean-Marie Gustave Le Clézio (* 1940)  Frankreich,
»dem Verfasser des Aufbruchs, des poetischen Abenteuers und der sinnlichen Ekstase, dem Erforscher einer Menschlichkeit außerhalb und unterhalb der herrschenden Zivilisation«.
2009
Herta Müller (* 1953)  Deutschland,
»die mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit zeichnet«.
2010
Mario Vargas Llosa (* 1936)  Peru / Spanien,
»für seine Kartographie der Machtstrukturen und scharfkantigen Bilder individuellen Widerstands, des Aufruhrs und der Niederlage«.
2011
Tomas Tranströmer (1931 – 2015)  Schweden,
»weil er uns in komprimierten, erhellenden Bildern neue Wege zum Wirklichen weist«.
2012
Mo Yan (* 1955)  China,
»weil er mit halluzinatorischem Realismus Märchen, Geschichte und Gegenwart vereint«.
2013
Alice Munro (* 1931)  Kanada,
»der Virtuosin der zeitgenössischen Kurzgeschichte«,
2014
Patrick Modiano (* 1945)  Frankreich,
»für die Kunst der Erinnerung, mit der er die unbegreiflichsten menschlichen Schicksale wachgerufen und die Lebenswelt der Besatzungszeit durchschaubar gemacht hat«.
2015
Swetlana Alexijewitsch (* 1948)  Weißrussland,
»für ihr vielstimmiges Werk, das dem Leiden und Mut in unserer Zeit ein Denkmal setzt«.
2016
Bob Dylan (* 1941)  Vereinigte Staaten,
»für seine poetischen Neuschöpfungen in der großen amerikanischen Songtradition«.
2017
Kazuo Ishiguro (* 1954)  Vereinigtes Königreich,
»der in Romanen von starker emotionaler Wirkung den Abgrund in unserer vermeintlichen Verbundenheit mit der Welt aufgedeckt hat«.
2018
Olga Tokarczuk (* 1962) (verliehen 2019)  Polen,
»für eine erzählerische Vorstellungskraft, die mit enzyklopädischer Leidenschaft Grenzüberschreitungen als Lebensform darstellt«.
2019
Peter Handke (* 1942)  Österreich,
»für ein einflussreiches Werk, das mit sprachlichem Einfallsreichtum Randbereiche und die Spezifität menschlicher Erfahrungen ausgelotet hat«.