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Sven Lange

Sven Lange (geb. 1868 in Kopenhagen, lebt ebenda) hat sich von allen dänischen Schriftstellern am schärfsten in bewußten Gegensatz zur Überlieferung gestellt, ohne sich dadurch besondere Sympathien in den breiteren Schichten seiner Landsleute zu erwerben. Er hat nicht allein als Dramatiker und Novellist Prinzipien vertreten, die das Regiment des klassischen Geschmackes arg befehden, auch als Theatertritiker trat er auf die äußerste Linke und predigte Revolution gegen das alte System. Einige seiner interessanten Arbeiten haben sich in Deutschland schnell das Heimatsrecht erworben. Vor kurzem gelangte sein Drama »Die stillen Stuben« in Berlin zur Aufführung und hatte trotz seiner psychologischen Differenziertheit, die nichts weniger als allgemein verständlich ist, doch einen entschiedenen Erfolg zu verzeichnen. Auch bei seinem »Verbrecher« liegt der Reiz vorzüglich in der Subtilität des Psychischen, doch hat das Stück auch bedeutende technische Vorzüge. In seinem Romane »Hertha Juncker« hat Sven Lange eine Satire auf die Korruption der Gesellschaft geschrieben und darin groß gesehene Charaktere geschaffen. Seine Novelle »Sonnenspiel« ist ein mit viel Virtuosität und seinem künstlerischen Sinn entworfenes Prosaidyll, voll reizender Bilder und Stimmungen.

V. H.


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