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Holger Drachmann

Holger Drachmann (geb. 1846 in Kopenhagen) ist wohl der unsteteste aller lebenden Dichter; er wandert und reist ruhelos von einem Orte zum anderen. Und wie im Leben, so ist er auch in der Kunst »ein aus allen Lagern Entwichener«, wie er sich einmal nannte. Drachmann ist im Grunde ein lyrisches Talent mit einer reichen, reinen Phantasie. Seine »Gedichte«, seine »Märchen«, vor allem aber seine »See- und Fischergeschichten« sind von wundervoller Feinheit und zeugen von seltener Fähigkeit, die Natur aufzunehmen und wiederzugeben. Drachmann ist bald Naturalist, bald Romantiker, bald Desillusionist wie sein Freund Jakobsen, bald Illusionist von reinstem Wasser; bald schreibt er Leben und Natur ab, wie er es sieht, bald sinniert er in philosophischen Grübeleien. Immer aber steht die kräftige Persönlichkeit des sympathischen Dichters vor uns. Sein ergreifender Roman »Verschrieben« mag als eine Art persönlicher Bekenntnisschrift gelten.

Dr. H. E.


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