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Max Nordau

Max Nordau, geb. 1849 in Budapest, lebt in Paris. In seinen Büchern »Paradoxe« 1885 und »Die konventionellen Lügen der Kulturmenschheit« 1885 trat er zuerst als »Reformator« auf, d. h. er suchte emsig mit der Spürnase des literarischen Anklägers nach den Schäden unserer Zeit, um mit komischem Pathos einen Strom – schlecht stilisierter – Schmähungen auszugießen. Schon in diesen Büchern kokettiert er mit einer Apostelwürde; zum »Erlöser« vollends versuchte er sich in seiner »Entartung« zu machen, einem der unerfreulichsten Bücher des 19. Jahrhunderts. Keiner unserer Großen bleibt vor dem Bellen dieses kleinen Kläffers geschützt. Wo andere Besonnene Genie und Zukunft entdecken, sieht Nordau »Absurdität« und »Anarchismus«. So spricht er von »dem irrsinnigen Gefasel Nietzsches« (!), von »Zusammenhanglosigkeit, Gedankenflucht und Neigung zu blödsinnigen Kalauern bei Richard Wagner.« (!!)

V. H.


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