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Amalie Skram

Amalie Skram, (geb. 1847 in Bergen, starb in Kopenhagen 1904) schrieb Romane und Novellen, die auch in die deutsche Sprache übersetzt sind und sich durch großes technisches Geschick und tiefe Empfindung auszeichnen. Sie liebt es, Szenen aus dem Alltagsleben mit einer kräftigen Natürlichkeit vor uns aufzurollen, einer Natürlichkeit, die eigentlich so gar nicht weiblich ist. Besonders unter ihren Skizzen finden sich kleine Meisterstücke der Frauenpsychologie, so in der Sammlung »Sommer«. Gleichfalls durch feine und treffende Charakteristik zeichnen sich die Romane »Professor Hieronymus«, »Nachwuchs« und »Ein Liebling der Götter« aus. In dem letzteren unternimmt sie es, das Schicksal kleiner, schwächlicher Leute zu schildern, oft in den trostlosesten, traurigsten Farben, aber mit packender Wahrheit. Ihre Novelle »Verraten« nennt Björnson ein Meisterwerk an psychologischer Tiefe und Macht der Darstellung. Amalie Skram ist Naturalistin nicht aus Spekulation, sondern aus Empfindung: sie ist vielleicht die bewußteste.

Dr. B.


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