Heinrich Pestalozzi
Lienhard und Gertrud
Heinrich Pestalozzi

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83.
Ein Edelmann bei seinen Arbeitsleuten.

Und Franz fuhr mit seinen mutigen Rappen gut fort, und war bald auf der Ebene bei Bonnal, wo die Männer Steine brachen. Arner stieg jetzt aus dem Wagen, nach ihrer Arbeit zu sehen, und er traf die Arbeiter alle an ihrem schicklichen Platze an. Der Steine waren für die Zeit, in welcher sie gearbeitet hatten, schon viele beisammen, und Arner lobte die Ordnung und die gute Anstalt bei ihrer Arbeit also, daß auch die Einfältigsten merkten, daß es ihm nicht würde entgangen sein, wenn das Geringste nicht in Ordnung oder nur zum Scheine dargestellt worden wäre. Das freute den Lienhard; denn er dachte: Es sieht jetzt ein jeder selbst, daß es nicht an mir steht, Unordnung und Liederlichkeit zu dulden. Arner fragte auch den Meister, welches der Hübelrudi sei, und in eben dem Augenblicke, da ihm der Maurer ihn zeigte, wälzte der todblasse und sichtbarlich schwache Rudi einen sehr großen Stein mit dem Hebeisen aus seinem Neste. Schnell rief Arner: Ueberlüpft euch nicht, Nachbarn, und sorget, daß keiner unglücklich werde! Darauf befahl er noch dem Meister, ihnen einen Abendtrunk zu geben, und ging dann weiter gegen Bonnal.


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