Heinrich Pestalozzi
Lienhard und Gertrud
Heinrich Pestalozzi

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54.
Armer Leute unnötige Arbeit.

Indessen kamen die Taglöhner zum Schloß, setzten sich auf die Bänke bei der Scheune, und warteten da, bis jemand sie rufen, oder bis der Vogt kommen würde, der ihnen versprochen hatte, alsbald nachzukommen. Als aber der Hausknecht vom Schlosse sie bei der Scheune sah, ging er zu ihnen hinunter und sagte: Warum seid ihr da, Nachbarn? Unser Herr glaubt, ihr seid an der Arbeit, beim Kirchbau. Die Männer antworteten, der Untervogt habe ihnen befohlen, hierher zu kommen, um dem Junker für die Arbeit zu danken. Das war nicht nötig, erwiderte Klaus; er wird euch auch nicht viel darauf halten. Aber ich will euch melden. Der Hausknecht meldete die Männer. Der Junker ließ sie sogleich vor sich kommen, und fragte sie freundlich, was sie wollten. Nachdem sie es gesagt, und mit Mühe und Arbeit etwas davon gestammelt hatten, daß sie danken wollten, sagte der Junker: Wer hat euch befohlen, deswegen hierher zu kommen? Der Untervogt, antworteten die Männer, und wollten noch einmal danken. Das ist wider meinen Willen geschehen, sagte Arner. Geht jetzt in Gottes Namen, und seid fleißig und treu; dann freut es mich, wenn der Verdienst diesem oder jenem unter euch aufhelfen kann. Sagt dem Meister, daß man noch heute mit dem Steinbrechen anfangen müsse.

Da gingen die Männer wieder heim.


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