Friedrich Hebbel
Gedichte
Friedrich Hebbel

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Auf die Genesung eines schönen Mädchens

          Wenn der Tod in neidischem Verlangen
    Auch schon an dein keusches Bette trat,
Ist er doch zurückgegangen,
    Als er dich gesehen hat.

Seine tränenlosen Augen hingen,
    Wie erstaunt, an deinem Angesicht;
Daß die Rosen drauf vergingen,
    Weil er's tat, gewahrt' er nicht.

Endlich sah er's; mit beschämten Blicken
    Hat er nun sich von dir abgewandt;
Auch die Lilien noch zu knicken,
    Zitterte selbst ihm die Hand.

 


 


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