Friedrich Hebbel
Gedichte
Friedrich Hebbel

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Die junge Mutter

        Sie hat ein Kind geboren,
    Zu höchster Lust in tiefstem Leid,
Und ist nun ganz verloren
    In seine stumme Lieblichkeit.

Es blüht zwei kurze Tage,
    So daß sie's eben küssen mag,
Und ohne Laut und Klage
    Neigt es sein Haupt am dritten Tag.

Und wie es still erblaßte,
    So trägt sie still den heil'gen Schmerz,
Und eh' sie's ganz noch faßte,
    Daß es dahin ist, bricht ihr Herz.

Der mit dem Lilienstengel
    Sonst tritt aus einem finstern Tor,
Er ging, der Todes-Engel,
    Aus ihrem eignen Schoß hervor.

 


 


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