Friedrich Hebbel
Gedichte
Friedrich Hebbel

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Nachtgefühl

      Wenn ich mich abends entkleide,
    Gemachsam, Stück für Stück,
So tragen die müden Gedanken
    Mich vorwärts oder zurück.

Ich denke der alten Tage,
    Da zog die Mutter mich aus;
Sie legte mich still in die Wiege,
    Die Winde brausten ums Haus.

Ich denke der letzten Stunde,
    Da werden's die Nachbarn tun;
Sie senken mich still in die Erde,
    Dann werd ich lange ruhn.

Schließt nun der Schlaf mein Auge,
    Wie träum ich so oftmals das:
Es wäre eins von beidem,
    Nur wüßt' ich selber nicht, was.

 


 


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