Friedrich Hebbel
Gedichte
Friedrich Hebbel

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Gebet

    Die du, über die Sterne weg,
    mit der geleerten Schale
aufschwebst, um sie am ew'gen Born
    eilig wieder zu füllen:
einmal schwenke sie noch, o Glück,
    einmal, lächelnde Göttin!
Sieh, ein einziger Tropfen hängt
    noch verloren am Rande,
und der einzige Tropfen genügt,
    eine himmlische Seele,
die hier unten im Schmerz erstarrt,
    wieder in Wonne zu lösen.
Ach! sie weinet dir süßeren Dank
    als die anderen alle,
die du glücklich und reich gemacht;
    laß ihn fallen, den Tropfen!

 


 


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