Friedrich Hebbel
Gedichte
Friedrich Hebbel

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Das erste Zechgelag

        Er sitzt zum erstenmal –
    Gebt acht, gebt acht! –
Vor dem Pokal –
    Ob ihr ihn taumlig macht!
Das ist für ihn so viel,
    Wie für die Maid
Der erste Kuß, der ihr fürs süße Spiel
    Die Lippen weiht.

Er trinkt schon tapfer mit
    Und wird schon rot!
Gleich übertritt
    Der Knabe ein Gebot.
Paßt auf, er spitzt den Mund!
    Gewiß, er tut
Uns seinen letzten Kirschendiebstahl kund
    Und strahlt von Mut.

Wir sind beim dritten Glas!
    Noch immer still?
Was ist denn das,
    Daß er nicht plaudern will?
Kann er schon mehr vertraun?
    Hat er verzagt
Schon zum Versuche hinterm Gartenzaun
    Den Kuß gewagt?

Wir schenken wieder voll!
    Nun winkt er mir!
Was ich wohl soll?
    Nur zu! Ich horche dir! –
Er schlich sich heimlich her,
    Denn, als er bat,
Verbot die Mutter ihm das Zechen schwer:
    Da ist die Tat!

 


 


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