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Thann im Elsaß

191. Der Turm von Thann

Zu Thann im Elsaß steht ein Turm am Gotteshaus,
Um den manch Jahr geweht die Winde mit Gebraus;
Doch raget, Blumen gleich, die Spitze noch im Sturme,
Doch klinget voll und reich der Glockenklang vom Turme.

Und wißt ihr, was zu Thann den Turmbau mächtig hält?
Und kennet ihr den Bann, der Stein zu Stein gesellt?
Der aus den Quadern fest hieß zarte Rosen springen?
Der sich vernehmen läßt, sobald die Glocken schwingen?

Der Segen kam des Herrn gewaltig auf das Land,
Daß alles nah und fern voll schwerer Trauben stand,
Daß sie die süße Kost nicht wußten zu bewahren,
Daß sie den frischen Most zum Turmbau hergefahren.

Da ward bei Liederschall mit Wein der Kalk gemischt,
Daß in den Gruben all' es feurig aufgezischt:
Sein Geist ist's, welcher schließt die Quadern, unverwittert
Und in den Blumen sprießt und in den Glocken zittert.

Auf nehmt das Glas zur Hand: der goldne deutsche Wein!
Das treue deutsche Land hier unten und am Rhein!
Doch o! was ficht mir an die fröhlichen Gedanken?
Den deutschen Turm von Thann, sie ließen ihn den Franken!

Franz Kugler.


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