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Kaiserslautern

154. Friedrich Barbarossa

Der alte Barbarosse, der Kaiser Friederich,
Im unterird'schen Schlosse hält er verzaubert sich.

Er ist niemals gestorben, er lebt darin noch jetzt,
Er hat im Schloß verborgen zum Schlaf sich hingesetzt.

Er hat hinabgenommen des Reiches Herrlichkeit
Und wird einst wiederkommen mit ihr zu seiner Zeit.

Der Stuhl ist elfenbeinern, darauf der Kaiser sitzt,
Der Tisch ist marmelsteinern, darauf sein Haupt er stützt.

Sein Bart ist nicht von Flachse, er ist von Feuersglut,
Ist durch den Tisch gewachsen, darauf sein Haupt ausruht.

Er nickt als wie im Traume, sein Aug', halb offen, zwinkt,
Und je nach langem Raume er einem Knaben winkt.

Er spricht im Schlaf zum Knaben: »Geh hin vors Schloß, o Zwerg,
Und sieh, ob noch die Raben herfliegen um den Berg.

Und wenn die alten Raben noch fliegen immerdar,
So muß ich auch noch schlafen verzaubert hundert Jahr.«

Rückert.

155. Der Roßkauf

Durch den Wald hin ritt der Müller,
Will verkaufen seinen Schimmel;
Finster ist's, kein Mondenschein,
Und die lieben Sternelein
Halten sich verborgen.

Aus dem Busch tritt da ein Alter:
»Müller, mag dich Gott erhalten;
Ist der Schimmel dir nicht feil?
Vierzig Taler sind dein Teil,
So du ihn willst geben.«

Voran geht der Alte schnelle,
Und der Müller folgt zur Stelle:
»Schau hier an das Felsenhohl,
Hier ist unser Stall so wohl:
Folge mit dem Schimmel.« –

»Sag, was sollen all die Rosse
An die Krippen angeschlossen
In dem ungeheuern Raum,
Und daneben Sattel, Zaum:
Geht es bald zum Reiten?

Sag, was sollen all die Krieger,
Die dort in den Zelten liegen?
All' in Waffen fein und blank
Schlafen sie auf harter Bank:
Wollen sie ans Fechten?

Sag, wer ist dort eingeschlafen
Auf der weißen Marmortafel?
Und sein Bart wie Feuerschein
Wächst ihm durch den festen Stein:
Sag es mir, du Alter?«

»Der da schläft, ich will ihn nennen,
Sollst den römischen Kaiser kennen!
Wenn es an der rechten Zeit,
Wacht er auf und sein Geleit,
Auf wohl zu den Waffen!

All die Ross' in diesen Höhlen,
Viele tuen uns noch fehlen,
Laufen dann in weiter Welt,
Wo der Herr die Fahne hält,
Unser röm'scher König!«


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