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Gelnhausen

141. Friedrich I. und Gela

Es ruht auf dem Lager ein edler Held,
Vier Grafen sind ihm zu Wächtern bestellt.

Am Himmel färbt sich der östliche Raum,
Und freundlich grüßt ihn ein Morgentraum.

Erinnerungen vergangener Zeit,
Heimatbilder erneuern sich heut'.

Den Burghof schaut er wieder entlang,
Schon wendet er zur Kapelle den Gang.

Dort winkt der lieben Frauen Bild
In der Lampe Schimmer so dämmermild.

Allmorgens dort, noch eh' es tagt,
Erwartet ihn Gela, die schönste Magd.

Und sie grüßt ihn wieder mit holdem Scherz,
Und er drückt sie wieder ans treue Herz.

Und er küßt sie an den schwellenden Mund,
Schaut tief in des dunkeln Auges Grund,

»Mein Lieb, wie kränztest du sonderbar
Mit weißen Rosen dein dunkles Haar?« –

»»Die roten Rosen liebt' ich sehr,
Die roten Rosen blühn nicht mehr.««

»Mein Lieb, wie sind deine Wangen bleich?
Bist selbst den weißen Röslein gleich.« –

»»Die Ros' erglüht im Sonnenlicht,
In der Nacht einsam verbleicht ihr Gesicht.«« –

»Mein Lieb, und kehr' ich wieder zurück,
Dann grüßt mich freundlich wieder dein Blick!« –

»»Zum letztenmal siehst du mich heut',
Hab' mich der Mutter Gottes geweiht.««

Und sie küßt die Stirn ihm und lächelt mild,
Kniet hin vor der heil'gen Frauen Bild.

Und wie er die Arme nach ihr streckt,
Da hat ihn die Sonne vom Schlaf erweckt.

Der Träumer springt vom Lager empor,
Die Diener treten schleunig hervor.

Sie kleiden ihn in festlich Gewand,
Er nimmt die glänzende Wehr zur Hand.

Vor ihm beugt sich das mächtige Rom,
Er schreitet fürder zu Peters Dom,

Und der Papst am heiligen Hochaltar
Reicht ihm die Kaiserkrone dar.

Franz Kugler.


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