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Haßloch

186. Das Hasselocher Tal

Des reichen Schlossers Knab'
Ging mit dem Müller aus,
Ging abends spät nach Haus
Durchs Hasselocher Tal.
Bei Haßloch durch den Wald,
Wohl durch den dicken Wald.

Der Knab' holt' Nägel her,
Einhundert aus der Stadt,
Die Tasche war ihm schwer;
Ein Groschen noch drin hat:
Im Hundert, lustig spricht,
Find' ich 's klein Gröschel nicht.

Der Müller denket schnell,
Er denkt der Nägel nicht,
Die Nägel klingern hell,
Zum armen Knaben spricht:
»Es ist wohl schwer dein Geld,
Ich nehm' dir ab dein Geld.«

Der junge Knabe spricht:
»Die hundert Gulden Geld,
Die trage ich noch selbst.«
Der böse Müller spricht:
»So mußt du sterben bald,
Mußt sterben hier im Wald.«

Er gab ihm keine Bitt',
Er gab ihm gleich drei Stich':
»Ach Vetter, liebster mein,
Kann es nicht anders sein,
Gedenk an Berg und Tal,
Wo wir gegangen her durch Berg und Tal.«

»Ich seh' nicht Berg und Tal,
Ich seh' dran meine Qual,
Die hundert Gulden schnell
Verwandelt in Nägel schwarz.
Ich find' den Nagel bald,
Daß ich mich häng' im Wald.«

Aus »des Knaben Wunderhorn«.


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