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Warnung vor dem Rhein

An den Rhein, an den Rhein, zieh nicht an den Rhein,
      Mein Sohn, ich rate dir gut,
Da geht dir das Leben zu lieblich ein,
      Da blüht dir zu freudig der Mut.

Siehst die Mädchen so frank und die Männer so frei
      Als wär' es ein adlig Geschlecht,
Gleich bist du mit glühender Seele dabei:
      So dünkt es dich billig und recht.

Und zu Schiffe, wie grüßen die Burgen so schön
      Und die Stadt mit dem ewigen Dom:
In den Bergen, wie klimmst du zu schwindelnden Höhn
      Und blickst hinab in den Strom.

Und im Strome, da tauchet die Nix' aus dem Grund,
      Und hast du ihr Lächeln gesehn
Und grüßt dich die Lurlei mit bleichem Mund,
      Mein Sohn, so ist es geschehn:

Dich bezaubert der Laut, dich betört der Schein,
      Entzücken faßt dich und Graus:
Nun singst du nur immer: Am Rhein, am Rhein
      Und kehrst nicht wieder nach Haus.

K. S. [Karl Simrock]


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