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Landskrone und Neuenahr

68. Die Wunderbrücke

Wo sich zwei Berge winken, dazwischen rauscht die Ahr,
Da sahn die Väter winken Landskron' und Neuenahr,
Und einer Brücke Bogen erglühn im Sonnenstrahl
Von Schloß zu Schloß gezogen über das breite Tal.

Wer schuf die Wunderbrücke, wie Regenbogen schön,
Der Kunst zum Meisterstücke und einte diese Höhn?
Der Vater sagt's dem Sohne, drum spricht die Sage wahr:
Ein Herr von Landskrone, ein Graf von Neuenahr.

Sie hatte treu verbunden der engsten Freundschaft Band,
Daß man zu allen Stunden sie gern beisammen fand.
Und mußten sie dann scheiden, so war die Brücke da,
Die brachte bald die beiden einander wieder nah.

In Stücke brach die Brücke nach schwerer Zeiten Lauf,
Da baute sich zum Glücke ein zärtlich Paar sie auf,
Und Liebesboten gingen dahin, daher gar viel,
Bis sie sich selbst umfingen in süßem Minnespiel.

Viel schöne Brücken schlagen sah ich im deutschen Land,
Doch keinen Bogen wagen, der sich so weithin spannt.
Weil's ewig unterbliebe, so mag man klärlich schaun,
Daß Freundschaft und Liebe die schönsten Brücken baun.

K. S. [Karl Simrock]


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