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Zülpich

52. Die Schlacht bei Zülpich

Chlodewig der Frankenkönig sah in Zülpichs heißer Schlacht,
Daß die Alemannen siegten durch der Volkszahl Übermacht.

Plötzlich aus des Kampfs Gedränge hebt er sich auf stolzem Roß
Und man sah ihn herrlich ragen vor den Edeln, vor dem Troß.

Beide Arme, beide Hände hält er hoch empor zum Schwur,
Ruft mit seiner Eisenstimme, daß es durch die Reihen fuhr:

»Gott der Christen, Gott am Kreuze, Gott, den mein Gemahl verehrt,
So du bist ein Gott der Schlachten, der im Schrecken niederfährt,

Hilf mir dieses Volk bezwingen, gib den Sieg in meine Hand,
Daß der Franken Macht erkennen muß des Rheins, des Neckars Strand:

Sieh, so will ich an dich glauben, Kirchen und Kapellen baun
Und die edeln Franken lehren keinem Gott als dir vertraun,«

Sprach es, und aus Wolken leuchtend brach der Sonne voller Strahl,
Frischer Mut belebt die Herzen, füllt des schwachen Häufleins Zahl;

Chlodwig selbst ergriff das Banner, trug es in der Feinde Reihn,
Und die Franken siegesmutig stürzten jauchzend hinterdrein.

Schreck ergriff der Feinde Rotten, feige wenden sie und fliehn,
All ihr Kriegsruhm ist erloschen, ihre Macht und Freiheit hin.

König Chlodwig ließ sich taufen und sein edles Volk zugleich,
Und ob allen deutschen Stämmen mächtig ward der Franken Reich.

Wenn sie einst den Gott verlassen, der bei Zülpich Sieg verlieh,
Ist den Alemannen wieder Macht gegeben über sie.

K. S. [Karl Simrock]


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