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7.

(Trostaria.)

Endlich wird die Hoffnung, endlich,
Einmal an dem Ziele stehn;
Ist die Welt jetzt unerkenntlich,
Kann sie doch wohl in sich gehn,
Wenn die Zeit die Unschuld rettet
Und dem Haupte weicher bettet,
Wenn der Neid durch manche Nacht
Schlaf und Feder schwerer macht.

Die Gewißheit deiner Freude,
Liebstes Endlich, stärkt den Geist,
Wenn die Ungeduld im Leide
Muth und Anker niederreißt.
Seh' ich jetzt erzürnte Sterne,
Seh' ich dennoch in der Ferne
Ein versprochnes Kanaan
Von den Unglücksbergen an.

Wurden ehmals Jacobs Kinder
Von Egyptens Last gepreßt,
War die Marter doch gelinder,
Als die mir das Auge näßt;
Jene kam vom wilden Feinde,
Meine kommt vom nächsten Freunde;
Ach, dergleichen herbe Pein
Dringt zu tief und schmerzlich ein.

Ich verbeiß' es doch so lange,
Als nur immer möglich ist:
Judas spinnt zu seinem Strange,
Wenn er falsch und freundlich küßt;
Joab muß mit grauen Haaren
Endlich doch noch blutig fahren,
Und der Fall des Simei
Rächt die Majestät noch früh.

Schmückt, ihr Heuchler, eure Tücke
Noch so heilig, als ihr wollt,
Breitet Blumen auf die Stricke,
Schenkt nur Gift und Tod in Gold!
Dieß mein Herz bleibt unaufhörlich
Allzeit so getrost als ehrlich;
Eure Bosheit und mein Heil
Findet endlich doch sein Theil.


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