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7.

(Als er seine Liebe nicht sagen durfte.)

Ich leugne nicht die starken Triebe
Und seufze nach der Gegenliebe
Der Schönheit, die mich angesteckt.
Der Traum entzückt mir das Gemüthe,
So oft mir mein erregt Geblüte
Dein artig Bild auch blind entdeckt.

Allein die Ehrfurcht heißt mich schweigen:
Ein Sklave darf die Ketten zeigen
Und in der Noth um Rettung schrein;
Nur ich muß diesen Trost entbehren
Und darf den Jammer nicht erklären;
Das heißt ja zweifach elend sein.

Indessen, darf der Mund nicht klagen,
So wird dir doch mein Auge sagen,
Wie tief mein Herz verwundet sei.
Erwäge nur Gestalt und Mienen,
Sie werden dir zum Zeugniß dienen:
Ich kann und mag nicht wieder frei.

Mich deucht, du nimmst es wohl zu Herzen,
Erhalt' ich das in meinen Schmerzen,
Daß dir mein Feuer wohl gefällt,
So will ich heimlich gerne brennen
Und dir sonst nichts als dieß bekennen,
Du seist die Schönheit dieser Welt.


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