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14.

(An eben dieselbe.)

Ach, was ist das vor ein Leben
Niemals recht verliebt zu sein!
Nichts kann Trost im Unglück geben
Als ein Kuß voll süßer Pein.

Reizt mich nicht an große Titel,
Oder rühmt mir etwan Geld;
Schöne Redlichkeit im Kittel
Ist mein höchstes Gut der Welt.

Neider fluchen, Spötter kränken,
Alles hoff' ich auszustehn ausstehen, ertragen. Vgl. Nr. 19, 24.,
Laß mir nur dein Angedenken
Auf den Hoffnungsrosen gehn.

Nach dem Hauche deiner Lippen
Geht der Sehnsucht schneller Kahn:
Ist die Lieb' ein Meer voll Klippen,
Nimm nur mich zum Anker an!


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