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29.

(Als er sich über die Hartnäckigkeit des Glückes beschwerte.)

Sage doch, verstocktes Glücke,
Was dir wohl mein Herz gethan!
Ist es Schlummer oder Tücke,
Daß ich dich nicht wecken kann?
Sind die Thränen zu geringe,
Die ich dir zum Opfer bringe,
Wenn das Leid
Und der Neid
Meinem Lager Dornen streut?

Himmel, willst du mich versorgen,
O so bitt' ich, eil' einmal!
Meines Lebens Lenz und Morgen
Stirbt mir unter Gram und Qual;
Daß ich vor der Welt nicht klage,
Zeigt die Größe meiner Plage.
Rette du
Meine Ruh,
Oder schleuß die Augen zu!

Schweigt nur, schweigt, ihr müden Sinnen,
Und besucht die Einsamkeit;
Wenn die Zähren heimlich rinnen,
Bringt der Schmerz Zufriedenheit;
Eure Sehnsucht nach Vergnügen
Wird schon noch das Ihre kriegen;
Ungeduld
Häuft die Schuld
Und verweilt verweilen, aufhalten, verzögern. des Himmels Huld.


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