Autorenseite

 << zurück weiter >> 

33.

(Als sie nachgehends übel geheirathet.)

Bleib nur, bleib, betrogne Schöne,
Bleib nur, bleib bei deiner neuen Lust!
Vormals traf mich dein Gehöhne
Bei den Seufzern treuer Brust;
Jetzo rächst du mich an dir,
Jetzo klagst und weinst du mir;
Klag und weine nur,
Falsche Creatur!
Meine Treu spricht: Weit von hier!

Konnt' ich dir vor dem nicht taugen,
Seh' auch ich dich jetzt verächtlich an
Und mit eben eben, ebenso. falschen Augen,
Als du jener Zeit gethan;
Mein Verlangen war dein Scherz,
Mein Vergnügen ist dein Schmerz;
Deiner Thränen Flut
Löscht die erste Glut
Und erquickt mein lechzend Herz.

Hast du doch dein Theil erwählet,
Küsse, was mich dich nicht küssen ließ;
Diese Hölle, so dich quälet,
Ist fürwahr mein Paradies.
Deines Ehstands Trauerspiel
Zeiget meiner Wünsche Ziel;
Wirst du jetzt verlacht,
Und in Angst gebracht,
Denke, wie es mir gefiel.

Spare nur die späten Thränen,
Leide, bitte, schwöre, geh und fleuch,
Deiner Wehmuth nasses Sehnen
Macht mein Herze nicht mehr weich.
Was ich dir nur wohl gethan,
Schreib' ich mir zum Fehler an;
Zeigt doch schon das Weh
Deiner tollen Eh,
Was verstoßne Liebe kann.


 << zurück weiter >>