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15.

(An die Vorhergehende.)

Ich untersteh mich, dir, galant und treues Kind,
Ein schlecht gesetztes Lied verwegen darzureichen;
Doch weil dein Schluß und Wort sein schönster Inhalt sind,
So wird ein holder Blick auf dessen Zeilen streichen.

Die Dinte scheint sehr bleich, was macht es? Sie erschrickt
Mit solcher Klimperei dein Auge zu beschweren,
Dein Auge, dessen Strahl so scharf als Sonnen blickt,
Kann leicht den fahlen Saft wie mich in Brand verkehren.

Und ist auch dieß Papier in etwas schmal und klein,
So scheint mir doch der Stern von deiner Sanftmuth größer;
Daher versprech' ich mir ein gütiges Verzeihn,
Drum tadle nicht die Schrift, mein Herz ist desto besser.


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