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21.

(Er suchet seine erzürnte Schöne zu besänftigen.)

Versöhn' ich dich mit keinem Kusse,
So brich mir nur das Herz entzwei;
Ich wasche deinen Fuß mit Thränen,
Vergieb und höre dies mein Sehnen.
Erkennen ist die beste Reu',
Und nicht mehr thun die beste Buße.

Du bist die Fürstin unsrer Schönen,
Der Zorn verläßt die Majestät.
Der Himmel küßt uns nach dem Schmerze;
Du bist sein Bild, trag' auch sein Herze,
Das Sanftmuth giebt, wenn Demuth fleht;
Sonst dürfte dich der Pöbel höhnen.

Befiehl mir, was du willst, zur Strafe,
Ich leide gern, sei du nur gut
Und schone mich mit deinem Grolle,
Gesetzt auch, daß ich sterben solle.
Ich leide lieber Beil und Glut,
Als diese Marter in dem Schlafe.

Im Schlafe werd' ich deinem Grimme
Zur schärfsten Marter dargestellt.
Da foltern mich die sauren Blicke,
Da macht dein Eifer, daß ich zücke,
Da flieh' ich, wenn dein Donner fällt,
Als wie ein Wild vors Jägers Stimme.

Du sollst nur sehn, du sollst nur hören,
Ich will davor erkenntlich sein,
Mein Amor setzt sich dir zum Bürgen;
Ich will dir keine Tauben würgen,
Ich will ein besser Opfer weihn,
Ich will dich mit Gehorsam ehren.

Jedoch erscheint die letzte Stunde,
Und ist kein Rettungsmittel da,
So laß den Tod dem Fehler weichen,
Im Trunke will ich dich beschleichen,
Ersäufe mich in Malvasier, –
Ich mein auf deinem schönen Munde.


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