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28.

(An seine Magdalis.)

Erzählt, ihr kalten Nordenwinde,
Die Seufzer meiner Schäferin!
Verkündigt dem verlaßnen Kinde,
Daß ich der alte Redlich bin,
Und macht ihr diese Botschaft kund:
Das Herze liebet wie der Mund.

Des Monden Antlitz sieht die Fluten
Der stummen Wehmuth kläglich an;
Die Geister die Geister, die Lebensgeister, die Lebenskraft. wollen mir verbluten,
Weil ich mein Kind nicht sprechen kann;
Ich denke der vergangnen Zeit,
Von der mich die Verschwendung reut.

Der Elbstrom fällt mir in die Augen,
Sein Eis erhitzet meinen Geist.
Ach, könnt' ich jetzt die Küsse saugen,
Die mich zuvor vollauf gespeist,
Ich wollte meinen Fuß bemühn,
Und gar von hier nach Breslau ziehn.

Geliebtes Schweidnitz, das Vergnügen,
So mich bei dir im Schoße trug,
Wird nicht sobald mein Herz besiegen,
Das von der Wollust heftig schlug,
Wenn die getreue Magdalis
Mich brünstig in die Arme riß.

Die Zeiten sind bereits gestorben;
Drum fluch' ich der Vergänglichkeit,
Die mir und ihr den Schmerz erworben,
Den unser Abschied prophezeit,
Da mich das werthe Sachsenland
Von meiner Schäferin getrannt.

Getrannt, doch nur auf kurze Jahre!
Verliebte Sehnsucht, fasse dich!
Der Kummer findet seine Bahre,
In dieser Hoffnung tröst' ich mich;
Und lege mir den Wahlspruch bei:
Bedrängt, geduldig und getreu.


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