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15.

Die ersten vier Strophen dieses Gedichts an den jüngern Beuchelt in Landshut.

(An die Liebe.)

Wo, Amor, kommst du denn erst heute
So schnell auf einmal wieder her?
Ich schwur dir ja nicht ohngefähr ohngefähr, unüberlegt.:
Nun sind wir zwei geschiedne Leute;
Verschone meiner Sorgen Lauf
Und leg die Pfeile nicht erst auf!
Du siehst, ich bin nicht mehr derselbe,
Den Phylindrene küßt und drückt,
Noch der, den Weistritz, Pleiß' und Elbe
An ihrem Ufer oft entzückt.

Das Alter kommt mir vor den Jahren,
Ich habe zeitig ausgedient,
Mein Frühling ist in Angst vergrünt vergrünen, verwelken.
Und als ein Strom dahin gefahren;
Mein Auge, dessen feurig Spiel
Den Schönen in das Auge fiel,
Hat manchen Siegeskranz gefangen.
Dieß Auge sieht jetzt lässig zu
Und winkt mit thränenden Verlangen
Der in der Welt versagten Ruh.

Geh, loser Dieb, mit deinen Flammen,
Und schmelze Florens harten Sinn!
Sie giebt der Zeit die Schönheit hin
Und will sich selbst zur Noth verdammen.
Geh, bring' ihr die Empfindung bei,
Warum sie jung und artig sei,
Und wenn und wie man lieben solle!
Geh, flöß' ihr deine Klugheit ein!
Es wird ihr mehr als eine Rolle Rolle, eigentlich das Verzeichniß, worin Leute eines Standes, z. B. Bürger, Soldaten, eingetragen werden. Hier die ganze Anzahl, Menge derselben.
Verliebter Sclaven Weihrauch streun.

Du bist gewöhnt, wie Kinder pflegen,
Und liebst ein aufgeräumt aufgeräumt, heiter, lustig. Quartier;
Dieß aber suche nicht bei mir,
Ich müste dich auf Dornen legen;
Der Gram erfüllt auch schon mein Herz.
Du schäkerst: dieß verbeut mein Schmerz;
Und muß ich dann und wann noch lachen,
Geschieht es nur aus Bitterkeit,
Dem Pöbel keine Lust zu machen,
Der über meine Muse schreit.


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