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32.

(Als er sich über seinen unglückseligen Zustand beklagte.)

Alles eilt zum Untergange,
Nur mein hart Verhängniß nicht.
Harter Himmel, ach, wie lange
Zeigst du dein erschrecklich Licht!
Soll es mir jetzund erscheinen,
O, so gieb ihm bald sein Amt,
Eh mich ein verzweifelnd Weinen
Noch zu größrer Noth verdammt!

Ich, ein Mensch von schlechtem Zeuge,
Kann mir selbst nicht widerstehn,
Daß ich kaum gelassen schweige,
Wenn die Wellen höher gehn.
Fleisch und Blut behält im Schmerzen,
Ueber die Vernunft das Feld,
Und die Hoffnung steckt im Herzen,
Welches keinen Wunsch enthält.

Hätt' ich Bosheit im Gemüthe
Oder an den Lastern Lust,
So verzieh' ich mich sich verzeihen, c. gen., verzichten auf.der Güte
Deiner treuen Vaterbrust;
Aber ach, so wirst du finden,
Prüfe Mienen, Herz und Sinn,
Daß ich bei den Schwachheitssünden
Doch nicht sonder Buße bin.

Zwar sind, die noch ärger leben
Und mit Lastern Schaden thun:
Die läßt du im Glücke schweben
Und in ihrem Schoße ruhn.
Sie verschwenden deinen Segen
Nur zu Trotz auf meinen Fall,
Handeln, wie die Thoren pflegen,
Doch geräth gerathen, gelingen. es überall.

Ich bezwinge mich hingegen,
Brauche des Verstandes Kraft
Und bemüh mich nach Vermögen
Um Geduld und Wissenschaft;
Gleichwohl ist in allen Sachen
Auch mein bester Rathschluß blind,
Daß sichs die zu Nutze machen,
Die mir feind und schädlich sind.


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