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2.

(Bei einer vertrauten Compagnie in Brieg.)

Drei gelehrt' und treue Brüder
Hielten ein Collegium,
Sungen frohe Jugendlieder,
Gaben Hand und Glas herum
Und beklagten ungefähr,
Wie vergänglich alles wär'.

Was sonst auf den hohen Schulen
Fleiß und Müh' und Ernst versüßt
Und bei Schwärmen, Trunk und Buhlen
Freier Geister Handwerk ist,
Ueberlegten sie mit Gram,
Weil die Zeit nicht wiederkam.

Brüder, sagte darauf Einer,
Was verloren ist, sei hin!
Ist gleich jetzt die Freiheit kleiner,
Bleibt uns dennoch der Gewinn,
Daß man ihr beliebt Confect
Durch drei Jahre schon geschmeckt.

Freilich beißt es in dem Herzen,
Daß uns Zwang und Pöbel quält,
Daß die Thoren mit uns scherzen,
Und das Unglück Pfeile stählt,
Ja, daß unsre Treu' und Fleiß
Nirgends Brot zu finden weiß.

Aber ach, was will man machen?
Das Verhängniß hat hier Schuld;
Laßt die Ignoranten lachen,
Schmiert die Wünsche mit Geduld
Und erwartet von der Zeit
Wohlstand und Zufriedenheit.

Unterdeß thut der am besten,
Wer zu Trotz der tollen Welt
Bei vergnügt- und klugen Gästen
Lustig mit den Fingern schnellt
Und sich vor der letzten Nacht
Selber gute Tage macht.

Haben wir doch nichts zu hoffen
Als den Tod, das Vatertheil.
Unser Grab steht allzeit offen
Und entreißt uns oft in Eil,
Und hier sieht man, lernts verstehn,
Keine Stufe rückwärts gehn.

Selten bleibt man stets beisammen,
Und wir werden auch zerstreut;
Niemand wird die Lust verdammen,
Die uns dieser Abend beut.
Singt und raucht und denkt daran,
Was uns Brieg wohl Guts gethan.


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