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18.

(An die Gelegenheit.)

O Göttin, die du in der Welt
Die meisten Wünsche kriegst und zeugest,
An Nachdruck, Wahrheit, Lieb und Geld,
An Lust die Hoffnung übersteigest,
Du, deren Huld der Klügsten List
So angenehm als nöthig ist,
Wo soll ich deinen Tempel finden?
Wo steht dein Bild, wo raucht dein Herd,
Dir, wenn man Hülf' und Trost begehrt,
Ein kräftig Opfer anzuzünden?

Ich kenn' und ehre deine Macht,
Sie trotzt Gefahr, Vernunft und Stärke,
Sie leitet uns durch Fall und Nacht
Und thut verliebte Wunderwerke;
Sie stürzt und mehrt der Reiche Staat,
Ihr Wort kommt mit in Kriegesrath
Und hat den Rang in allen Fällen;
Sie macht auch Sclaven endlich frei
Und spricht gar oft zur Tyrannei:
Hier lege deine stolzen Wellen.

Was kann wohl Größers als Eugen
Der Nachruhm unsrer Zeit erheben?
Und gleichwohl wird der Held gestehn,
Dein Vorschub hab' ihm Glanz gegeben.
Mit was vor Sorgfalt, Müh' und Kunst
Bedient er sich nicht deiner Gunst
Zu Frankreichs Hohn und Stambols Falle!
Er zieht, er schlägt, er siegt durch dich,
Cremona Cremona, wurde den 1. Februar 1702 von Eugen durch Handstreich genommen. schämt sich ewiglich.
Dieß seltne Beispiel steht vor alle.

Nun, mächtige Gelegenheit,
Nun komm und gieb mir holde Mienen!
Du wirst dir von der Dankbarkeit
Manch hohes Ehrenlied verdienen.
Du hast dich mich, so lang ich bin,
Aus Eifer oder Eigensinn
Oft sehn, doch niemals halten lassen;
So nah mir auch dein flüchtig Haar
In Dresden und in Breslau war,
So schamroth kriegt' ich Wind zu fassen.

Ich zürne, wenn der Pöbel spricht,
Du seist die Mutter aller Diebe;
Nur täusche mich vor dießmal nicht
Und thu mir einmal was zuliebe.
Du solt, wo nicht in Gold und Stein,
Davor in Wachs mein Hausgott sein.
Ich bitte ja nicht hohe Sachen.
Was denn? Um Mittel, jeden Feind,
Der jetzt mein ärgstes Unglück meint,
Durch Hülf' und Wohlthun fromm zu machen.


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