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26.

(Beschluß eines Briefs.)

Die Zeit kann alles möglich machen;
Drum fasse dich nur mit Geduld!
Der Himmel blitzt, die Spötter lachen;
Getrost! Es ist nicht unsre Schuld.

Der Anfang unsrer reinen Liebe
Ist Unruh, Unglück, Hohn und Pein,
Das Mittel ist nicht minder trübe;
Doch soll das Ende lustig sein.

So lebe wohl, du edles Herze,
Und denk' an deinen Philimen!
Er wandert jetzt mit herbem Schmerze
Und möchte fast vor Angst vergehn.

Dieß, was ihn stärkt, das sind die Küsse,
Womit du ihn vorher versehn;
Die Post ist da, mein Kind, ich schließe:
Gott lasse deinen Wunsch geschehn!


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