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7.

(Als er einen dichten Rausch hatte, dictirte er folgende Verse einem andern ex tempore in die Feder:)

Ich schlafe zwar, ihr werthen Brüder!
Ich schlafe zwar, so denkt ihr, noch;
Ihr haltet meine schlechten Lieder
Vor ein vor mich gezwungnes Joch.
Doch aber sollt ihr dieses wissen,
Ich handle nicht mit Joabsküssen. Joabsküsse, vgl. 2. Sam. 20,9.

Ich rede so, so wie ichs meine,
Ein andrer glaube, wie er will;
Die Kirschen sind zwar etwas kleine,
Doch jede Frucht wächst in der Still;
Und hält man sie vor Stachelbeeren,
Was thut's? Man mag sie auch verzehren.

Das weiß ich, daß mein treu Gemüthe
Dem Pöbel ein Gelächter macht;
Ich weiß auch, daß des Himmels Güte
So gut vor mich als alle wacht,
Und darum wird mir mein Gewissen
Auch wider Narren zeugen müssen.

Die Welt ist jetzo voller Narren,
Und darum bin ich einer mit,
Und der hat wol den größten Sparren,
Der aus gemeinem Gleise tritt;
Indessen wird der Schluß nicht trügen,
Daß mancher auch kann wacker lügen.

Man leugt bisweilen nach der Mode,
Und nach der Mode lüg' auch ich;
Ein jeder schwimmt im Narrensode. Narrensod, Narrenbrühe.
Ihr Narren, was verdenkt ihr mich?
Ihr Narren lügt, so will ich lügen,
Bis daß wir alle Kappen kriegen.

Die Kappe, die ich jetzo trage,
Steht mir wie Eulenspiegeln an,
Doch dieß ist die gewisse Plage,
Daß ich sie nicht vertragen kann;
Sonst würden auf den Pfaffenmützen
Die Schellen wahrlich besser sitzen.

Was wollt ihr mehr? Der Streusand rieselt,
Und obgleich bei dergleichen Art
Ein toller Schädel altklug grüselt grüseln, phantasieren.,
So bin ich doch wie er verwahrt,
Weil, wenn mich stumme Würmer reißen,
Auch ihn die stummen Würmer beißen.

Die stummen Würmer beißen alle.
Der Klügste scheint, wer sie verhält verhalten, verbergen.;
Und wem die Frucht von Adams Falle
Noch jetzo den Geschmack vergällt,
Der wird fürwahr am besten schließen,
Wenn ihn die Stiche nicht verdrießen.


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