Autorenseite

 << zurück weiter >> 

3.

(Als er sich über ihren Tod betrübte.)

Betrügliches Glücke!
Die stählerne Brücke
Der Hoffnung zerfällt;
Der Becher der Freuden
Wird mir durch dieß Leiden
Mit Wermuth vergällt.

Die Sonne der Tugend,
Die Blume der Jugend
Geht unter und ein;
Der Himmel wird trübe,
Die Flammen der Liebe
Verlieren den Schein.

Der Frühling der Jahre
Erstirbt auf der Bahre.
Wer wird mir den Kuß
Wie vormals gewähren?
Ach langes Entbehren!
Ach kurzer Genuß!

Erblaßte Florette!
Dein Tod reißt die Kette
Der Eintracht entzwei;
Dein Leichenbegängniß
Zeigt, wie das Verhängniß
Mein Henkersknecht sei.

Bedeckt mich, ihr Berge!
Umfaßt mich, ihr Särge!
Versagt mir die Luft!
Mein Geist mag zerfliegen,
Des Leibes Vergnügen
Ist Moder und Gruft.

Ich sterbe vor Kummer,
Der ewige Schlummer
Entgeistert die Brust.
Ich liebte von Herzen,
Ich lebte mit Schmerzen,
Ich sterbe mit Lust.


 << zurück weiter >>