Autorenseite

 << zurück weiter >> 

Der Friedhof.

Den Friedhofssteg schritt ich um Mitternacht;
Das Mondlicht tastete mit weichen Händen
Auf Grab und Gitter, um mit holder Macht
Das Grausen feierstill zu überblenden.

So heimatselig laden Busch und Baum,
Die an die Gräber mit den Wurzeln rühren
Und deren Häupter, summend wie im Traum
Mit Windeswellen leise Zwiesprach führen.

Und Kreuz und Hügel so geheimnistraut;
Sie winken als der Schluß von allen Fragen,
Als könnten sie mit leisem Geisterlaut
Auf alles, alles Sinn und Antwort sagen.

So schwer ist mir. Als müßt ich weinend nun
An jener Trauerweide niedersinken
Und langsam, langsam von dem großen Ruh'n
Vorahnend eine heilige Welle trinken.


 << zurück weiter >>