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Trostlied.

Siehst du nicht die Sonne scheinen,
Herz, es ist nicht Zeit zu weinen –
Hoch ins goldne Blau gereckt,
Laß die Augen wandernd schweifen,
In die grünen Wälder greifen,
Die der Atem Gottes deckt.

Herz, du hast in all den Tagen
Soviel Seliges getragen,
Soviel Lust und soviel Schmerz –
Sollst noch immer weiter reisen
In den bunten Zirkelkreisen,
Armes, dunkles, kleines Herz? –

Ach, du bist wie Wolkenwogen
Übers grüne Land gezogen,
Bald im Strom und bald im Meer,
Strom und Meer dich spiegeln konnten,
Heilige Sonnen dich umsonnten –
Herz, was zitterst du so sehr?


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