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Röselein im Schnee.

Ich hab' im Schnee ein Röselein –
Mit eigner Hand gepflanzt.
Trutzröselein hab ich's genannt,
Kein schönres ist im ganzen Land –
Ich bin im fahlen Winterschein
Ums Röselein hergetanzt.

Im Herbst und schwerer Herzensnot
Senkt ich die Ranke ein.
Mein Liebster ging in Saus und Braus,
Weiß Gott, wohin, ins Land hinaus.
Ich schrie die Qual in mich hinein,
Die grau war wie der Tod.

Die Ranke ward vom Tränentau
Gar wunderlich gestärkt;
Die Blättlein wanden sich herfür,
Ein Röslein pocht an meine Tür:
Da bin ich, du lieb Äuglein blau,
Und hast mich nicht gemerkt. –

Und neue Knospen gehn herfür
Im roten Freudenschein –
Was sprang wie Traum von meinem Mund?
Ein Lied von Lieb im Maiengrund. –
Der Frühling steht groß in der Tür –
Wie kam er nur herein?


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