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Letzter Traum.

Du bist ein Traum, der mich zum Abschied küßt,
Drum bist du auch so unausdenkbar schön –
Ein Horngebraus, das im Erlöschen ist,
Stirbt so mit weich umschmeichelndem Getön.

Dann ist es aus. Dann naht die starre Nacht,
Die keinen Stern und keine Hoffnung hat –
O dulde du, daß ich verstohlen sacht
Mich an dich lehne, sturm- und lebensmatt.

Denn deine Augen sind so wundersam,
Sind dunkler Samt, darauf die Sonne glüht –
Du mußt es dulden, daß ich zu dir kam,
Weil meine ganze Seele in dir blüht.

Du Rose Gottes, sprangst im Morgenschein
Aus deinem Garten auf in heller Glut –
Und wo du bist, muß meine Seele sein,
Die hingegeben dir im Kelche ruht.


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