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Letztes Opfer.

Nun dulde noch, daß meine Seele von dir träumt:
Sie will sich in der Mittagsglut ein wenig an dich lehnen;
Sie ist so fromm, die sonst so töricht wild geschäumt,
Sie will sich in der Sehnsuchtsflut kühlig ein wenig dehnen.

Nun dulde noch, daß meine Seele in dir blüht:
Sie will sich, weil der Abend naht, zu einem Hüttlein schleichen,
Sie ist in Hast und Angst so unaussprechlich müd,
Sie kann, es dunkelt schon der Pfad, das Hüttlein nicht erreichen.

Nun dulde, daß sie träumt: Du wärst ihr Hütt' und Haus,
Sie will die lange Mitternacht ein wenig mit dir plaudern,
Sie will – sie ahnt, ihr Lichtlein lösche langsam aus –
Bis man ihr letztes Bett gemacht, im Licht ein wenig zaudern.


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