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Abschied.

Warum du dir den Herbst nahmst, um zu scheiden,
Den rotgeweinten, purpurflockigen Herbst,
Wo alle Träume Königsmäntel tragen,
Wo alle Seelen im erschreckten Horchen
Sich naherücken, weil die Toten umgehn:
Ich weiß es jetzt.
Weil du mit seinen harten Todesfarben
Das Abschiednehmen überschreien wolltest,
Und weil das heißgeschluchzte große Weinen,
Womit die Sonnenseele Abschied nimmt,
Den Schmerz mir von den Händen nehmen sollte,
Den mir dein Sterben in die Hände schöpfte.
So hieltest du die müden Adern hin,
Daß sie sich hielten, bis die Blätter sterben.
Sie sterben und du starbst. – Wie hoch und reif!


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