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Der Kuckuck.

Am Waldessaum ein Kuckuck schreit,
Ganz nahe, wo wir uns geküßt,
Als ob er in die Seligkeit
Sein hohles Rufen mengen müßt'.

Bald sucht dein arm alt Mütterlein
Heißschluchzend ihr verlornes Kind,
Dem jetzt das Blut wie starker Wein
Aufpeitschend durch die Adern rinnt.

Sie sucht dich und sie kommt zum Wald
Als führten sie die Küsse her.
Fern schon ihr hartes Schreiten hallt,
Von Angst gejagt und mühsam schwer.

Jetzt ist sie nah. So qualvoll bang
Durchs Feld andrängend wie ein Geist.
Schrei, grauer Freund im Laubvorhang,
Daß du ihr Weinen überschreist!


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