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Ansprache zur Verfassungsfeier

11.8.1924

Bürger und Bürgerinnen! Ich danke Ihnen allen wärmstens für diese Kundgebung und grüße Sie auf das herzlichste. Ich erblicke in Ihrer Kundgebung ein Bekenntnis zum demokratischen Volksstaat, zur Republik, zum Vaterlande und zur entschlossenen Mitarbeit an der Zukunft unseres Landes. Wenn wir heute den Verfassungstag begehen, so geschieht das nicht aus Neigung zu Festlichkeiten, sondern der tiefe Gedanke dieses Tages ist die Erinnerung an den Zusammenbruch des alten staatlichen Lebens und an den Aufbau des neuen Staates durch die Verfassung von Weimar. Wir feiern den Tag, um uns erneut zur Republik zu bekennen, im Geiste vereint mit Millionen Deutscher in allen Gauen unseres Vaterlandes und mit Hunderttausenden jenseits unserer Grenzen. Im Anblick der lodernden Fackeln und im Zeichen des alten deutschen Reichsbanners Schwarz-rot-gold wollen wir geloben, die Deutsche Republik zu schützen und, wenn es sein muß, bis zum letzten zu verteidigen. In den schweren Jahren, die hinter uns liegen, haben Feinde von außen und innen fortgesetzt versucht, uns zu schlagen. Wenn wir trotzdem in diesen Stürmen unsere politische Einheit gewahrt haben, so deshalb, weil diese in der großen Mehrheit des deutschen Volkes fest verankert ist mit dem Staat. Unsere Blicke richten sich heute auch nach London, wo unsere Delegation harte Kämpfe führt, um uns das Leben zu ermöglichen.


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