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Deutschland und Sowjetrußland

Begrüßung des russischen Botschafters Krestinski. 2.8.1922

Ich habe die Ehre, aus Ihrer Hand das Schreiben entgegenzunehmen, mit dem das Allrussische Zentral-Exekutiv-Komitee Sie als bevollmächtigten Vertreter und Botschafter der Russischen Regierung beim Deutschen Reich beglaubigt.

Hierdurch werden die diplomatischen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern in vollem Umfange wieder aufgenommen.

Auch die Deutsche Regierung ist von dem aufrichtigen Bestreben erfüllt, den wirtschaftlichen Wiederaufbau unserer Länder nach Kräften zu fördern. Die in dem Rapallo-Vertrag getroffenen Vereinbarungen, die nur friedlichen Zwecken dienen, entspringen der Erkenntnis notwendiger Wiederherstellung normaler Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden großen Völkern.

Mit Ihnen bin ich in dem Wunsche einig, daß bald entsprechende Vereinbarungen für gemeinsame wirtschaftliche Arbeit auch mit den Staaten, die der Russischen Sowjetregierung verbündet sind, auf gleichen Grundlagen getroffen werden.

Ich habe mit Befriedigung zur Kenntnis genommen, daß Sie sich die Förderung der wechselseitigen wirtschaftlichen Beziehungen besonders angelegen sein lassen wollen. Ich bitte Sie, Herr Botschafter, in Ihren diesbezüglichen Bestrebungen der tatkräftigen Unterstützung der Deutschen Regierung versichert zu sein. Ich kann dabei auch die Erwartung aussprechen, daß Sie und Ihre Regierung unseren darauf gerichteten Wünschen und Bemühungen unter Berücksichtigung der bei uns herrschenden Wirtschaftsverhältnisse Entgegenkommen und Verständnis zeigen werden.

Indem ich Ihre freundschaftlichen Wünsche mit bestem Dank erwidere, heiße ich Sie im Namen der Deutschen Republik als Botschafter der Russischen Sowjetrepublik willkommen.


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