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Schleswig-Holstein und das Reich

Aufruf. 23.4.1923

Schleswig-Holsteiner, am 24. März jährt sich zum fünfundsiebzigsten Male der Tag, an dem die Söhne und Töchter Eurer meerumschlungenen Heimat die unauslöschliche Sehnsucht aller Deutschen nach staatlicher Einheit in heißer Vaterlandsliebe öffentlich mit Wort und Tat bekannten und damit den entscheidenden Anstoß zum Erwachen des deutschen Volkswillens in allen seinen Stämmen gegeben haben.

Im Geiste wahrer Freiheitsliebe erhoben sich Eure Väter zur Wahrung ihrer verfassungsmäßigen Rechte und entzündeten in der Tiefe und Breite des vielfach noch schlummernden deutschen Volksbewußtseins den unzerbrechlichen Willen zur freien Selbstbestimmung Deutschlands nach innen und außen. Eure Väter, deren Namen in Ehren in Deutschland weiterleben sollen, haben als die ersten Zeugen deutscher Einheit Gut und Blut für Einigkeit und Recht und Freiheit des Vaterlandes eingesetzt!

Schleswig-Holsteiner, das Hoffen und Harren Eurer Väter in den trüben Tagen bis zur Reichsgründung und die Kraft Eurer Lieder in den folgenden Entwicklungsjahren des jungen Reiches sind Gemeingut des deutschen Volkes geworden. Sie sollen unsere Kraft sein auch in diesen Jahren des Leidens unter unrechtmäßiger Gewalt.

Ihr aber, die Ihr im Kampf um Euer Recht und Euer Volkstum durch ein Jahrtausend erprobt seid, werdet, davon ist die Reichsregierung überzeugt, auch den fremden Umtrieben, die in diesen Tagen der deutschen Not in Eurer Heimat auftreten, gegenüber in alter Treue standhalten. Wie unsere Brüder an Rhein und Ruhr werdet auch Ihr feststehen für das Recht und die Freiheit; gestützt auf die großen geschichtlichen Überlieferungen und Erinnerungen Eurer Heimat.


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