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Der Abstimmungssieg in Schleswig-Holstein

Rede beim Empfang einer Abordnung. 19.4.1920

Ich freue mich aufrichtig, daß Sie nach Ihrem nationalen Erfolg die Reichshauptstadt aufgesucht und uns so Gelegenheit gegeben haben, in Ihnen dem schleswig-holsteinischen Volk für sein Bekenntnis zum alten Vaterland von ganzem Herzen zu danken. Sie waren die Stützen der deutschen Arbeit in der Abstimmungszone. Kein Amt, kein Auftrag, einzig und allein reiner Idealismus, Liebe zur engeren und weiteren Heimat haben Sie zu der opfervollen Tätigkeit getrieben. Deshalb ist auch das schöne Ergebnis so ganz Ihr Eigentum, ein Sieg des Volkes für das Volk. Daß Sie den Kampf von hoher kultureller Warte streng sachlich geführt haben, erfüllt uns mit besonderer Genugtuung. Lassen Sie mich der Hoffnung Ausdruck geben, die heute alle Deutschen mit Ihnen bewegt: daß auf Grund des glänzenden Abstimmungsergebnisses eine Grenzlinie gezogen werde, die der natürlichen Abgrenzung der zwei Völker entspricht. Dänemark und Deutschland, beide Länder brauchen eine endgültige Vereinigung ihrer Beziehungen, eine Grenze, die nicht nur durch ein Machtgebot in der Landkarte, sondern durch klare Gerechtigkeit in die Herzen eingezeichnet ist.

Sie haben als erstes Abstimmungsgebiet Zeugnis für Deutschland und Deutschtum ablegen dürfen. Sie haben die erste Schlacht in diesem unblutigen Kampf um die Grenzen des Reiches gewonnen. Das soll uns und unseren Landsleuten in den übrigen Abstimmungsgebieten ein gutes Zeichen, eine feste Hoffnung bedeuten! Mögen sich überall dort, wo mit dem Stimmzettel die Heimat gerettet werden muß, Frauen und Männer finden wie Sie, selbstlos, opferwillig, unermüdlich und vaterlandsliebend. Dann wird sich der Tag von Flensburg in Oberschlesien und Masuren, in Ost- und Westpreußen wiederholen! Dann wird gerade von den bedrohten Grenzgebieten aus ein Strom einheitlichen nationalen Willens ins ganze Vaterland sich ergießen, dann wird der Kampf um die Einheit Deutschlands den nicht bedrohten Landstrichen ein Beispiel und eine Lehre sein für die Kraft, die in der Einheit aller Volksgenossen liegt, wenn es sich um Sein oder Nichtsein des Landes handelt!


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