Emanuel Geibel
Gedichte
Emanuel Geibel

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Ungeduld.

1857.

      So winterlich noch schaudern
Die Lüfte weit und breit;
O Lenz, was soll dein Zaudern?
Es ist schon Blühens Zeit.

Im Tal und in den Herzen
Das Eis ist schier zertaut;
Nun ruft nach dir mit Schmerzen
Die bange Sehnsucht laut.

O komm, uns zu erquicken,
Und bring' in Donnerschlag,
In Guß und Sonnenblicken
Den Auferstehungstag.

Wir können's kaum erwarten:
Wann wird die Eiche grün?
Wann wird im deutschen Garten
Die Kaiserkrone blühn!

 


 


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