Emanuel Geibel
Gedichte
Emanuel Geibel

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Zwei Könige.

                Zwei Könige saßen auf Orkadal,
Hell flammten die Kerzen im Pfeilersaal.

Die Harfner sangen, es perlte der Wein,
Die Könige schauten finster drein.

Da sprach der eine: »Gib mir die Dirn!
Ihr Aug' ist blau, schneeweiß ihre Stirn.«

Der andre versetzte in grimmem Zorn:
»Mein ist sie und bleibt sie, ich hab's geschwor'n.«

Kein Wort mehr sprachen die Könige drauf,
Sie nahmen die Schwerter und stunden auf.

Sie schritten herfür aus der leuchtenden Hall';
Tief lag der Schnee auf des Schlosses Wall.

Es sprühten die Fackeln, es blitzte der Stahl –
Zwei Könige sanken auf Orkadal.

 


 


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