Emanuel Geibel
Gedichte
Emanuel Geibel

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XXXIII.

      Die Lilien glühn in Düften,
Die Blüte spielt am Baum;
Hoch zieht in stillen Lüften
Im bunten Schmuck der Traum.

Und wo er blickt, da neigen
Die Blumen das Haupt überall;
Und wo er zieht, da schweigen
Waldrauschen und Nachtigall.

Mir wird das Herz so stille
In dieser milden Nacht,
Es bricht der eigne Wille,
Die alte Lieb' erwacht.

Fast ist's, als käm' ein Grüßen
Auf mich vom Himmelszelt,
Und Frieden möcht' ich schließen
Mit Gott und aller Welt.

 


 


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