Emanuel Geibel
Gedichte
Emanuel Geibel

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XXVII.

    Nun ist der letzte Tag erschienen
Und sonnig blickt er in das Tal.
Der Wald scheint tiefer heut zu grünen
Und Blumen duften ohne Zahl,
Es wogt das Korn in goldnen Ähren,
Die Vögel singen wie zum Fest,
Der Himmel selbst will uns verklären
Der süßen Stunden kurzen Rest.

O laß noch heute drum das Härmen!
Noch ruh' ich ja an deiner Brust.
Wie Jephthas Tochter wolle schwärmen
Durch Berg und Tal in reiner Lust!
Ergib dich selig dem Genusse,
Bis fern der Sonne Strahl verglimmt
Und mit dem letzten Abschiedskusse
Den Kelch uns von den Lippen nimmt.

 


 


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